Warum es sich lohnt, mehr Bio zu kaufen

Bio ist überbewertet und teuer? Stimmt nicht ganz, es gibt viele gute Gründe, auf Bio-Lebensmittel umzusteigen - auch solche, die man zunächst gar nicht erwartet hätte.

Wer Bio-Lebensmittel kauft, hat dafür meist ganz bestimmte, persönliche Gründe. Junge Mütter beginnen mit der Bio-Kost, wenn sie sich Gedanken darüber machen, was sie ihrem Baby zu essen geben möchten. Andere beschränken ihren „Bio-Konsum“ auf Milch, weil sie für bessere Preise für die Milchbauern eintreten wollen.

Doch das ist nicht die ganze Weisheit, denn wer sich für Bio-Lebensmittel entscheidet, trägt mit seinem Kaufverhalten dazu bei, dass zahlreiche positive Dinge unterstützt werden. In diesem Beitrag zeige ich dir die wichtigsten Gründe, warum ich auf Bio-Qualität achte.

In unserer Mini-Serie zum Thema Bio erfährst du mehr über die verschiedenen Bio-Siegel und warum Bio-Lebensmittel gar nicht teuer sein müssen.

Biologischer Anbau ist nachhaltiger Umweltschutz

1. Der Anbau von Bio-Lebensmitteln schützt das Grundwasser, denn synthetische Düngemittel aus konventioneller Landwirtschaft führen zu erhöhten Nitratwerten. Solche Dünger sind im biologischen Landbau nicht erlaubt.

2. Intensive Landwirtschaft laugt die Böden aus, sodass diese mit Kunstdünger fruchtbar erhalten werden müssen. In der biologischen Landwirtschaft wird die Bodenfruchtbarkeit durch Fruchtfolge dauerhaft gesichert.

3. Viele Pflanzenschutzmittel aus konventionellen Anbaumethoden vergiften Kleinlebewesen, wie zum Beispiel Bienen, und beeinträchtigen Nahrungsketten.

4. Bio-Landwirtschaft bedeutet Klimaschutz, denn die Verwendung von Stickstoffdünger ist stark reduziert und der organische Dünger (Humus) bindet das Treibhausgas CO2 im Boden. Zudem sind Bio-Lebensmittel oft weniger industriell verarbeitet, enthalten weniger energieintensive Zusatzstoffe, stammen idealerweise aus regionalem Anbau und weisen daher einen geringeren CO2-Fußabdruck auf als konventionelle Lebensmittel.

5. Je nach Bio-Siegel legen die Vorschriften auch fest, dass Müll vermieden werden muss und die Verpackung so klein wie möglich sein soll – wenn überhaupt verpackt werden muss!

6. Bio-Lebensmittel müssen ohne billige Hilfsstoffe wie künstliche Aromen auskommen, die in der konventionellen Lebensmittelproduktion auch billige und schlechte Rohstoffe „schmackhaft“ und verkaufsfähig machen.

7. Studien haben gezeigt: Lebensmittel, die nach Bio-Richtlinien erzeugt wurden, enthalten mehr sekundäre Pflanzenstoffe, mehr Aromen, weniger Wasser und sind daher grundsätzlich gesündere und hochwertigere Lebensmittel.

8. Gentechnik ist grundsätzlich in allen Bereichen der biologischen Lebensmittelerzeugung verboten.

9. Brot, Gebäck und sonstiges Backwerk enthält im konventionellen Bereich eine unendliche Vielzahl nicht deklarierungspflichtiger Zusatzstoffe, um den Teig maschinell verarbeitbar zu machen und das Brot besonders lange frisch zu halten, es vor dem Austrocknen zu schützen, das Aroma zu bewahren, die Kruste knusprig zu machen, Butter vorzugaukeln,… Bio-Backwerk enthält weder synthetische Treibmittel, noch Enzyme, noch Feuchthaltemittel oder sonstige Zutaten, die eher aus dem „Chemiebaukasten“ als aus dem Küchenschrank stammen.

Bio ist überbewertet und teuer? Stimmt nicht ganz, es gibt viele gute Gründe, auf Bio-Lebensmittel umzusteigen - auch solche, die man zunächst gar nicht erwartet hätte.

10. „Bio“ steht für „Transparenz“ und bedeutet zum Beispiel für den Verbraucher, dass alle Inhaltsstoffe vollständig deklariert werden und nicht hinter „Sammelbegriffen“ wie „Aroma“ versteckt oder mit „E-Nummern“ verschleiert werden. Achtung: auch „harmlose“ Zutaten haben eine E-Nummer!

11. Alle Erzeuger und Produzenten sind für jedes Bio-Produkt in jedem Schritt nachprüf- und nachvollziehbar.

12. Die jährliche, intensive Kontrolle der Betriebe aller Produktionsschritte sorgt für die Gewissheit, mit Bio-Lebensmitteln ein qualitativ hochwertiges und sicheres Produkt zu erhalten.

13. Bio-Fleisch wird ohne Hormone, ohne synthetische Futterzusätze, ohne genmanipulierte Futterpflanzen und nur in Ausnahmen mit Antibiotika erzeugt. Für den, der auf Fleisch nicht ganz verzichten möchte in jedem Fall die bessere Wahl.

14. Bio-Fleisch stammt aus einer besseren, artgerechteren Tierhaltung. Die Tiere leben länger und erzeugen weniger, dafür wesentlich aromatischeres Fleisch mit geringerem Wassergehalt. Das Fleisch „schnurrt“ in der Pfanne nicht zusammen.

15. Bio-Fleischwaren enthalten wenig bis gar kein Nitritpökelsalz. Wird Nitritpökelsalz zusammen mit Eiweiß erhitzt, entstehen krebserregende Nitrosamine. Weil Nitritpökelsalz Wurstwaren eine appetitliche rötliche Farbe verleiht, erscheinen Bio-Wurstwaren jedoch oft etwas farblos.

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16. Viele Anbauverbände und Hersteller setzen „bio“ gleich mit respektvollem Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt. Sie arbeiten sozialverantwortlich und zahlen faire Preise – auf allen Ebenen der Produktionskette. Und ohne „Fair Trade“ Siegel.

17. Im Bio-Bereich wird vermehrt auf alte Sorten und Rassen gesetzt, die sich über die Jahrhunderte als widerstandsfähig erwiesen haben, jedoch langsamer wachsen, weniger Milch geben oder kleinere Früchte ausbilden. Bio-Landbau trägt zum Erhalt alter Sorten und Rassen bei und schützt den Genpool. Wer dagegen billig Masse produziert, setzt auf neue Züchtungen bei Obst, Gemüse und Vieh. Diese neuen Sorten oder Rassen sind oft wenig widerstandsfähig und bringen hohe Erträge nur unter massivem Einsatz von zum Beispiel Pflanzenschutzmitteln.

Bio ist überbewertet und teuer? Stimmt nicht ganz, es gibt viele gute Gründe, auf Bio-Lebensmittel umzusteigen - auch solche, die man zunächst gar nicht erwartet hätte.

18. Selbst wenn die Konzentration der Stoffe unter dem gesetzlich als „kritisch“ festgelegten Grenzwert liegen, so sind es doch Gifte, die jederzeit beispielsweise im Urin des Konsumenten nachweisbar sind. Gifte, die im Bio-Bereich verboten sind.

19. Bis heute ist nicht erforscht, wie das Zusammenspiel aller Pflanzenschutzmittel und Zusatzstoffe, Hormone und Medikamentenrückstände langfristig auf Menschen wirkt. Die Grenzwerte werden immer für einen Stoff einzeln festgelegt, nicht für die Gesamtmenge aller Chemikalien, die sich im Lebensmittel befinden! Wer „bio“ isst, reduziert den Chemiecocktail auf dem Teller deutlich.

Wie du siehst, steckt hinter Bio-Lebensmitteln so viel mehr, als man denkt! Die Liste ist ganz sicher nicht vollständig. Hast du noch andere Gründe, warum du Bio-Produkte bevorzugst? Dann hinterlasse weiter unten einen Kommentar!

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2 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Zehnersieb

    Hallo.
    Sie haben das gut zusammengefasst.
    Persönlich kaufe ich Bioprodukte, wenn immer möglich, weil ich verantwortungsvoll mit Natur, Tier und Mensch umgehen möchte und keine Lust mehr habe, Gift zu essen.

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  2. Durch den Kauf von Bio-Lebensmitteln wird auch der Betrieb, der diese produziert, unterstützt. Durch die teilweise höheren Preise der Bioprodukte wird der Mehraufwand der Bauern unterstützt.

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