Nudelwasser als erstaunlicher Ersatz für chemische Putzmittel und Spülmittel
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Zum Spülen und Putzen bedarf es nicht immer Chemie. Manchmal helfen auch die einfachsten Mittel beim Reinigen. So z.B. Nudelwasser. Kaum zu glauben, oder?
von ClaudiaL

Wenn du das nächste mal Pasta kochst, dann schütte das Kochwasser nicht einfach in den Ausguss. Dank der darin enthaltenen Stärke ist es nämlich noch erstaunlich gut im Haushalt verwendbar – als natürlicher Ersatz für chemisches Putzmittel und sogar für Spülmittel!

Ähnlich wie beim Putzen mit Kartoffelschalen ist die im Nudelwasser enthaltene Stärke der entscheidende Faktor für gute Reinigungs- und Fettlösekraft. Die im Wasser gelöste Stärke wirkt kraftvoll gegen anhaftendes Fett, Seifenreste und andere oberflächliche Verschmutzungen. Nur bei starken Verkalkungen ist es weniger geeignet, dafür solltest du besser zum selbst gemachten Kalkreiniger aus Zitrone oder zum Allzweckmittel Essig greifen.

Zum Spülen und Putzen bedarf es nicht immer Chemie. Manchmal helfen auch die einfachsten Mittel beim Reinigen. So z.B. Nudelwasser. Kaum zu glauben, oder?
von ClaudiaL

So gehst du vor, um Nudelwasser als ökologischen Reiniger zu verwenden

  1. Nudeln wie gewohnt in Salzwasser kochen (wir verwenden Meersalz)
  2. Nach dem Kochen durch ein Nudelsieb abgießen und das Kochwasser auffangen
  3. Abkühlen lassen

Die Masse wird nun etwas geleeartig – je weniger Kochwasser im Verhältnis zur Nudelmenge und je mehr Salz du verwendest hast, umso dicker. Durch Kaltstellen im Kühlschrank wird der Geliereffekt noch verstärkt. Sollte das Kochwasser für dich noch nicht dickflüssig genug sein, kannst du es bei Bedarf auch weiter einkochen.

Im Prinzip ist das Putzmittel jetzt schon fertig! Du kannst die Flüssigkeit unverdünnt verwenden wie normalen Reiniger oder Spülmittel. Auf fettige oder verschmutzte Flächen auftragen, etwas einwirken lassen und danach mühelos abspülen oder abwischen. Bei Verkrustungen hilf mit einem Lappen nach.

Zum Spülen und Putzen bedarf es nicht immer Chemie. Manchmal helfen auch die einfachsten Mittel beim Reinigen. So z.B. Nudelwasser. Kaum zu glauben, oder?
von ClaudiaL

Zum Schluss mit klarem Wasser nachspülen, damit du nicht Fettflecken durch Stärkeflecken ersetzt :-) Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Durch die geleeartige Konsistenz haftet das Nudelwasser sehr gut an schrägen Flächen und wirkt auch dort intensiv.

Eingebrannte Töpfe lassen sich damit ebenfalls gut reinigen. Entferne dazu zunächst lose Verschmutzungen mit einem Kochlöffel oder ähnlichem, und bedecke dann den angebrannten Topfboden mit der Flüssigkeit und etwas Wasser. Über Nacht einwirken lassen und anschließend mit einer Bürste reinigen, bei Bedarf wiederholen. Selbst starke Verkrustungen lassen sich so ganz natürlich und völlig ohne chemische Reiniger entfernen.

Spülbecken, Waschbecken und sogar die Wanne reinige ich inzwischen fast nur noch mit dem selbst gemachten Reiniger aus Nudelwasser. Probiere es doch auch einmal!

Der Nudelwasser-Reiniger kann nach unserer Erfahrung bis acht Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden, da durch das Kochen die allermeisten Keime im Wasser beseitigt sind. Ich fülle es dazu z.B. in eine leere 500 ml Milchflasche oder Bügelverschlussflasche.

Im Prinzip ließe sich die Masse auch in Flaschen oder Gläser einkochen (wie Marmelade oder Obst) und so lange haltbar machen. Das ist bei uns aber nicht nötig. Wir essen mindestens einmal pro Woche Nudeln, dadurch ist immer rechtzeitig für Nachschub gesorgt :-)

Zum Spülen und Putzen bedarf es nicht immer Chemie. Manchmal helfen auch die einfachsten Mittel beim Reinigen. So z.B. Nudelwasser. Kaum zu glauben, oder?
von ClaudiaL

Besondere Vorteile des Spülens und Putzens mit Nudelwasser:

  • Es ersetzt chemische Reinigungsmittel und schont damit wertvolle Ressourcen und die Umwelt.
  • Die Herstellung ist simpel und passiert quasi automatisch beim Kochen.
  • Es ist praktisch kostenlos, denn fast immer landet das Wasser nach dem Kochen im Ausguss.

Für hartnäckige Verschmutzungen und besondere Problemfälle in Küche und Bad wirf einen Blick auf diese erstaunlichen Allzweckmittel im Haushalt:

Wenn du wie wir auf chemische Industrieprodukte im Haushalt verzichten möchtest, dann lies unseren Beitrag zu Haushaltsprodukten, die du immer selbst herstellen solltest.

Welche natürlichen Alternativen zu herkömmlichen Industrieprodukten verwendest du im Haushalt? Natürlich freuen wir uns auf deine Anregungen und Ergänzungen in den Kommentaren!

  • Annette m

    Toller Tipp! Das aufgefangene Nudelwasser habe ich mit heißem Wasser aufgefüllt. Das Geschirr wurde turboschnell sauber. Bin begeistert!

  • Gudrun Baltrusch

    Ist das Salz im Nudelkochwasser erforderlich ?
    Ich salze so gut wie alles erst nach dem Kochen, denn damit spart man viel Salz ein. Nachträglich gesalzene Pasta schmeckt viel besser, als die in gesalzenem Wasser gekochte. Ausprobieren

    • Beim Salzen wird der Siedepunkt erhöht, dadurch werden Kartoffeln, Nudeln usw. schneller gar, als wenn man sie in ungesalzenem Wasser kocht. Das braucht nicht etwa mehr Energie, sondern spart sogar Energie durch die kürzere Kochzeit! Zudem ist es so, dass beim Kochen in ungesalzenem Wasser vermehrt Geschmacksstoffe ans Wasser abgegeben werden, weil der osmotische Druck (also das Verhältnis gelöster Bestandteile) innerhalb und außerhalb des Lebensmittel bestrebt ist, sich auszugleichen. Bei Saucen usw. kocht man deshalb extra ohne Salz, damit viel Geschmack ans Wasser (die Sauce) abgegeben wird. Liebe Grüße!

      • Gudrun Baltrusch

        Ein Mol Kochsalz wiegt etwas über 58 Gramm. 1 Tl wiegt etwa 5 Gramm.
        Ein Mol, also >58 Gramm oder fast 6 Tl im Liter Kochwasser erhöht die Siedetemperatur um etwa 0,5 °C
        Die Siedetemperatur-Erhöhung kann man getrost vergessen, denn wer will
        in derart übersalzenem Wasser seine Pasta kochen ? und vor allem essen ?
        Nähere Ausführungen dazu findet man bei Prof. Blumes Bildungsserver,
        eine wunderbare no-profit-Website für alle großen und kleinen
        Bildungshungrigen.
        Soweit möglich verwende ich ungesalzenes Kochwasser ganz generell weiter z.B. für Suppen oder Soßen oder auch als Getränk.

        Der Salzbedarf in der menschlichen Ernährung ist sehr viel geringer, als diejenige Salzmenge, die im Mittel täglich aufgenommen wird. Alleine das Brot reicht hin.
        Glaube mir, allen anders lautenden Äußerungen zum Trotz, ein Zuviel an Salz erhöht den Blutdruck und sorgt für Gesundheitsprobleme.

        Das war aber nicht der Anlass meiner Anfrage, ich wollte wissen, ob Salz im Nudelkochwasser erforderlich ist für die Putzwirkung.

        Die Putzidee mit Kartoffelschalen ist gut, aber nicht für mich. Kartoffelschalen kommen in meiner Küche kaum vor, eine der Ausnahmen sind Kartoffelpuffer, ansonsten gibt es bei mir Pellkartoffeln.

        Zurück zur Pasta : Nudeln schmecken tatsächlich besser, wenn sie nach dem Kochen gesalzen werden, das hat einen sehr angenehmen Crunch-Effekt.
        Probieren geht über studieren, denn was kann aus Pasta via Osmose ins Kochwasser gelangen ?
        Schmackhaft und gesund wird Pasta durch Beilagen oder die Soße

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