Das Ideenportal für ein einfaches und nachhaltiges Leben

Natürliches Duschgel selbermachen, das einfachste Rezept
4.8 5 180
171
9

Mit diesem einfachen Rezept aus zwei Zutaten kannst du ein natürliches Duschgel hersellen, Geld sparen und die Umwelt schonen.

Vor einiger Zeit habe ich mein selbstgemachtes Duschbad aus Kernseife aufgebraucht. Anstatt wieder das gleiche Rezept nachzukochen, habe ich mich an den Tipps eines Lesers orientiert und etwas Neues probiert.

An Stelle von Kernseife und einem Emulgator im ursprünglichen Rezept kann man auch einfach normale Natur-Pflegeseife und Wasser verwenden. Die Herstellung benötigt etwas Zeit zum Justieren der Konsistenz, aber das Ergebnis ist den Aufwand allemal wert. Du erhältst ein tolles Duschbad, ganz nach deiner persönlichen Note. Die Zutaten sind sehr preiswert und du sparst außerdem unnötigen Verpackungsmüll.

Duschbad herstellen

Zur Herstellung deines eigenen Duschgels benötigst du lediglich ein Stück Naturseife (alternativ funktioniert auch jede andere Pflegeseife) und Wasser. Dazu kommen folgende Utensilien:

  • Scharfes Messer oder Küchenreibe
  • Hoher Topf
  • Schneebesen
  • Trichter

Außerdem wird noch ein Behälter zum Abfüllen des Gels benötigt. In der Vergangenheit habe ich einfach eine Glasflasche mit Bügelverschluss verwendet. Wenn dir das Risiko von Glasbruch in der Dusche zu hoch ist, eignen sich auch gebrauchte Plastikflaschen von alten Duschgels oder Shampoos. Damit lässt sich das Gel besonders leicht dosieren.

Für dieses Rezept kannst du Seifen aus dem Bioladen, Supermarkt, der Parfümerie oder am besten selbstgemachte Naturseifen verwenden. Beachte jedoch, dass jede Seife anders ist und du das optimale Verhältnis von Wasser zu Seife durch Probieren selbst herausfinden musst. Ich habe verschiedene Seifen ausprobiert und mein Lieblings-Gel habe ich mit einer bunten Mischung selbstgesiedeter Seifenreste erhalten. Hierfür benötigte ich ungefähr 200 g Seife und 500 ml Wasser. Für ein Duschgel mit einer Seife aus dem Supermarkt benötigte ich 100 g Seife und 700 ml Wasser. Beginne am besten mit weniger Wasser, verdünnen kannst du später immer noch.

Zur Herstellung gehst du so vor:

  1. Zerkleinere ungefähr 100 g Seife. Weiche Stücke kannst du mit einem Messer in kleine Scheiben schneiden, bei härteren Seifen hilft eine Küchenreibe.
  2. Die Seife in einen hohen Topf mit 500 ml Wasser geben und unter konstantem Rühren kurz aufkochen. Die Seifenstücke sollten sich schnell auflösen und dabei stark schäumen.
  3. Nachdem sich die Seife aufgelöst hat, ist das Ergebnis noch sehr flüssig. Beim Abkühlen (dabei immer mal wieder umrühren) ändert sich die Konsistenz und es wird Gel-artig. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Konsistenz gleich beim ersten Versuch perfekt ist.
  4. Eine Nacht lang stehen lassen und am nächsten Tag erneut kräftig durchrühren. Mit Zugabe von Wasser oder Seife kannst du die Konsistenz jetzt nochmal nachjustieren, falls das Ergebnis noch zu flüssig oder zu fest ist.
  5. Wenn du mit der Konsistenz zufrieden bist, fülle das fertige Gel in deine Flaschen ab. Dabei solltest du sie aber nur zu zwei Dritteln befüllen. Es ist durchaus möglich, dass sich das Gel weiter verfestigt. Wenn dem so ist, gib unter der Dusche einfach etwas heißes Wasser mit in die Flache und schüttele sie.

Vergiss nicht, dir bei der Herstellung zu notieren, wie viel Wasser und Seife du letztendlich verwendet hast. So kannst du das Rezept mit deiner Lieblingsseife ohne erneutes Experimentieren immer wieder nachkochen.

Um ein besonders cremiges Duschgel zu erhalten, kannst du mit einem Mixer mit Rührbesen die fertige Masse mindestens eine Minute lang ausgiebig durchschlagen.

Varianten für noch mehr Pflege

Wenn du an Stelle von Wasser einen starken Kräutertee verwendest, z.B. aus Kamillenblüten, Salbei, Lindenblüten oder Thymian, erhält das fertige Duschbad noch mehr Pflegeeigenschaften durch die enthaltenen ätherischen Öle. Die meisten Heilkräuter haben eine leicht entzündungshemmende Wirkung und helfen so bei vielen Hautproblemen.

Für noch mehr Hautpflege kannst du auch ein bis zwei Esslöffel Kokosöl, Olivenöl oder auch Mandelöl zum Duschgel geben, bevor du es mit dem Mixer durchschlägst. Das Öl verteilt sich sehr fein im Pflegeduschbad und sorgt später für ein wunderbares Hautgefühl. Ideal, wenn deine Haut durch Seife zur Austrocknung neigt.

Du siehst, dein eigenes Duschbad zu machen ist sehr einfach, preiswert, umweltfreundlich und gesund. Hast du es schonmal probiert? Vielleicht hast du noch andere Tipps und Vorschläge. Über einen Kommentar weiter unten würden wir uns sehr freuen.

Mit diesem einfachen Rezept aus zwei Zutaten kannst du ein natürliches Duschgel hersellen, Geld sparen und die Umwelt schonen.

Viele weitere Rezepte für Produkte zur Körperpflege und -reinigung findest du in diesem Beitrag und in unseren Buchtipps:

Grüne Kosmetik: Bio-Pflege aus Küche und Garten
für Tolino:
Natürlich schön: Naturkosmetik leicht gemacht

Vielleicht interessieren dich auch diese Themen:

  • Jürgen Clausen

    Eine schöne Anregung. Allerdings sollte man nicht von “Naturseife” reden, denn solch eine Seife gibt es nicht: Seife wird aus Fett plus Natronlauge gekocht. Letztere kommt in der Natur nicht vor, und sie ist nicht unproblematisch.

  • Suzana

    Wie lange ist dieses Duschgel denn haltbar?

    • Maximilian Knap

      Eine Flasche hält sich bei uns mehrere Wochen, 6-8 waren bisher nie ein Problem und dann ist sie auch aufgebraucht. Wir müssten mal eine bewusst stehen lassen und beobachten… ich vermute aber, dass das flüssige Duschgel ähnlich lange hält wie feste Seife. Wird getestet!

    • Susann Mehl

      Mh, also einige Damen aus der Seifensieder Truppe sind da immer sehr skeptisch und äußern sich in diesem Fall dann immer so, dass man es selbst gar nicht bemerkt, wenn die Mischung verkeimt. Ich hatte damals auch wegen Flüssigseife gefragt und habe es dann lieber nicht gemacht. Die Begründung war immer diejenige, dass das Wasser halt schlecht wird und zwar schon nach kürzester Zeit. Innerhalb einer Woche.
      Wollte das nur zur Info einwerfen, es entscheidet jeder selbst … :)

      • Suzana

        Danke für die Info :-) Ich habe mittlerweile gemerkt, dass ich eigentlich gar kein Duschgel brauche. Normale Seife reicht auch. Neuerdings wasche ich Haare, Gesicht und Körper mit reiner Olivenölseife (Aleppo-Seife) und brauche nichts anderes mehr. Und plötzlich ist auch wieder mehr Platz im Bad :-)

        • Anne Putzar

          Toll oder ? Wenn ich an den ganzen Plastik Müll denke der bei mir den ganzen wannenrand verstopfte. Ich freue mich jedesmal beim Putzen wie wenig ich weg räumen muss

  • Moira

    Eben das Duschgel fertig abgefüllt und ich finde es toll! Besonders der Tipp, es zu mixen, macht richtig cremiges Gel daraus. Ich habe “Medimix”-Seife benutzt, da diese schon mit Kräutern und Kokosöl hergestellt wird und mir bei früherer Neurodermitis gut geholfen hat. Perfekt jetzt auch als Duschgel :-) Aber es ist wirklich viel geworden: 120g Seife mit ca. 700ml Wasser sind jetzt mehr als 2,5 Liter Duschgel geworden. Etwas viel für einen Einpersonenhaushalt ;-)

    • Maximilian Knap

      Schön, dass es so gut geklappt hat! Mit der Zeit legt sich der Schaum etwas und die Menge schrumpft wieder ;-) Wenn es immer noch zu viel ist, könntest du ja ein oder zwei Flaschen verschenken (ausgedrucktes Rezept nicht vergessen). Liebe Grüße!

      • Moira

        Verschenken mit Rezept ist eine gute Idee, also auf zum Flaschensammeln ;-)

  • Sibylle Klemp

    Idee: (habs noch nicht ausprobiert, mache ich aber noch): zum Schluss mit Lebensmittelfarbe (natürlich aus dem Biomarkt!) eine nette Farbe mixen :-)

  • opi

    Danke für das gute Rezept! Leider wurde bei mir nach dem Abkühlen alles wieder hart und einfach ein großer Klotz! Ich habe 250ml Wasser und 50g Seife genommen, dazu 1 EL Kokosfett und 1 EL Olivenöl

    • Maximilian Knap

      Je nach Seife fällt die Konsistenz extrem unterschiedlich aus. Von einfacher Kernseife reichen z.B. weniger als 50 g pro 1000 ml Wasser, bei manchen Naturseifen sind 200 g und mehr notwendig. Da hilft nur, es mit Wasser zu verdünnen. Viel Erfolg und liebe Grüße!

      • opi

        Merci!

        • opi

          Ich habe den entstandenen Klotz (bzw. 1/4 davon, also am Ende nur noch 10g Seife) nochmals mit Wasser (ca 200ml) verdünnt, dann entstand eine gute Konstistenz! Noch kurz mit 1 TL Speisestärke aufgekocht, damit es ein Gel gibt und nicht nur Seifenwasser, etwas “nachgewürzt” mit Teebaum- und Minzöl – fertig! So ist es auch perfekt für den Seifenspender.

  • Elke Meier

    Also ich dusche seit ca. 10 Jahren mit ayurvedischer Seife….erstens riecht die super, zweitens mega sparsam im Verbrauch und drittens keine Chemie…kann ich nur jedem empfehlen, die Haut fühlt sich einfach super an und der Kräuterduft übertrifft jeden anderen Geruch um Längen!!!

  • Ines

    Ich dusche im Moment mit Seifen von Manna. Die sind toll, aber die meisten hochwertigen Pflanzenölseifen sind kaltgesiedet udn enthalten noch unverseifte Öle, damit die Seifen auch die Haut pflegen und nicht austrocknen wie etwas Kernseife. Daher ist die Frage, ob man das ganze wirklich kurz aufkochen sollte? Je nach verwendetem Öl in der Seife übersteigt das doch die empfohlenen Temperaturen von nativen Ölen deutlich, oder nicht?

    Mir ist auch aufgefallen das Pflanzenölseifen von günstigeren Anbietern wie Alverde und Co. ganz schön viele zusätzliche Inhaltsstoffe und Palmöl enthalten. Aber bei 75 Cent kann man auch keine qualitativen Öle erwarten^^ Also besser etwas mehr investieren oder selber machen.

    • Maximilian Knap

      100 Grad sind für ein gutes Öl noch keine Temperatur, zudem geschieht der Zerfall langsam und graduell, deshalb bleibt nach dem kurzen Aufkochen noch das Allermeiste der Fette im Ursprungszustand erhalten. Man könnte auf das Aufkochen verzichten und nur immer wieder umrühren. Dann dauert das Auflösen zwar deutlich länger, im Ergebnis dürfte es aber genauso gut funktionieren!

      • Ines

        Stimmt, hab gerade nochmal nachgeschaut, die meisten haben ihren Rauchpunkt zwischen 130-200 Grad. Nur ganz wenige Öle wie Leinöl sollte man nicht erwärmen (stand zumindest mal aif einer Falsche die ich in der Hand hatte). Ich glaub ich teste das mal, unterwegs sind Stückseifen manchmal etwas unpraktisch :D Danke für die schnelle Antwort!

  • Eva

    Mir gelingt das duschgel nie. Seife und wasser trennen sich wieder nach 24h. Dann hab ich seifenschlatz unten und was wässriges oben. Nach erneuten mixen das selbe wieder am nächsten tag?
    Ich verwendete eine selbstgemachte naturseife.
    Was mach ich falsch?
    Eva

    • Maximilian Knap

      Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es stark auf die verwendete Seife ankommt. Manche verbinden sich sehr gut und manche trennen sich recht schnell wieder. Egal wie – wir schütteln die Flasche vor der Benutzung, genau wie beim Flüssigwaschmittel, dann funktioniert es immer, wie es soll :-) liebe Grüße!

  • Jessy Ca

    Hallo, habt ihr vielleicht auch einen Tipp, wie man ein richtiges “Männerduschgel” herstellen könnte? Mein Mann wäre ja durchaus mal neugierig, so ein Duschgel mal auszuprobieren und fragt, ob das dann auch die Möglichkeit gibt, diesen speziellen Duft eines Herrenduschgels zu bekommen…

    Und eine weitere Frage…. Kann ich solch ein Duschgel auch bedenkenlos für meinen Sohn (6) benutzen?

    • Hallo Jessy, sofern für deinen Sohn ein Reinigungszusatz überhaupt notwendig ist, könntest du es mit einer sehr milden Naturseife probieren. Für einen männlichen Duft empfiehlt sich die Zugabe einiger Tropfen ätherischer Öle, zum Beispiel Zeder, Sandelholz. Liebe Grüße!

      • Jessy Ca

        Dankeschön für die Antwort!

Die besten Tipps kostenlos per E-Mail Mach es wie 25.000 andere Leser und erhalte die besten Tipps und Tricks per Mail!
Wir senden niemals Spam und geben deine Daten niemals weiter. Du kannst dich jederzeit abmelden.