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Die 10 Tipps für nachhaltiges Reisen, die du kennen solltest
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Das Leben ist eine Reise ohne Wiederkehr
von Anupom sarmah [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Ich liebe es zu reisen, ich kann mir nichts schöneres vorstellen, als andere Gegenden, Länder, Kulturen, Landschaften, Bräuche oder Speisen zu erkunden. Und wohin ich auch reise, überall treffe ich deutschsprachige Touristen. Deshalb ist es wohl sehr wahrscheinlich, dass auch du gerne reist ;-)

Reisen ist aber nicht gleich Reisen, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten die Welt zu erkunden. Für mich ist es sehr wichtig, auch beim Reisen möglichst nachhaltig zu handeln und nie zu vergessen, dass man in fremden Ländern auch ein guter Botschafter der eigenen Kultur sein sollte.

Deshalb habe ich hier meine wichtigsten Tipps für nachhaltiges Reisen zusammengetragen.

1) Langsamer ist besser als schneller

Eine Faustregel besagt: Je schneller wir reisen, desto mehr wird die Umwelt belastet. Deswegen gilt es zu hinterfragen, ob es immer ein Flug sein muss?

Eine interessante Bahnreise kann auch sehr aufregend sein. Eine meiner Lieblings-Webseiten ist seat61.com (auf englisch). Hier erfährst du mehr über zahllose exotische Bahnreisen, von der Transsibirischen Eisenbahn bis zum Orient Express.

Ich liebe das Reisen, aber auch in fernen Ländern ist es sinnvoll sich über Nachhaltigkeit Gedanken zu machen. Meine top Tipps hier.
Bahn: von Gavieiro Juan M [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Auch Fernwandern oder Fernradwandern sind sehr interessante Wege, andere Gegenden und Kulturen kennen zu lernen.

Manche Ziele sind wegen Zeitmangel oft nicht ohne Flug zu erreichen. Wenn es der Flieger sein muss, dann versuche länger zu bleiben. Auch wenn Flüge mit Zwischenstops oft günstiger sind, belasten besonders Start und Landung die Umwelt. Versuche deshalb non-stop zu fliegen.

2) Lokal konsumieren, auch unterwegs

Auch auf Reisen versuche ich, so viel wie möglich lokal zu konsumieren. Gerade in Entwicklungsländern wäre es schade, wenn das Ferienbudget in den Kassen von internationalen Großkonzernen landet. Statt Starbucks und Subway, wage den Weg zum lokalen Straßenverkäufer und lerne die Kultur erst richtig kennen.

Auch Souvenirs sind besser wenn du weißt, wer sie hergestellt hat und was sie in der lokalen Kultur bedeuten. Lass den Museumsladen links liegen und suche kleine Geschäfte in engen Gassen.

3) Abgelegene Pfade erkunden

Jeder kennt das Kolosseum und den Eiffelturm. Die Kassierer und das Sicherheitspersonal kennen auch alle Tricks der Touristen und sind meist gelangweilt von ihrem Job.

Gehe unbeschrittene Pfade und irre doch einfach mal planlos durch die Großstadt, oder fahre auf ein Dorf, von dem noch nie jemand etwas gehört hat. Am interessantesten ist oft der Alltag der Einheimischen, und diesen beobachtest du nicht in einer Menge von Touristen.

Sprich ein paar Einheimische an und frage sie, auf welchen Märkten sie einkaufen, welche Restaurants sie besuchen oder was sie in ihrer Freizeit machen. Du musst dich nur trauen!

4) Lokale Probleme verstehen und freiwillig arbeiten

Jede Region kämpft mit anderen Problemen. Sei es Armut, Wasserknappheit, Umweltverschmutzung, mangelnde Rechte für Frauen oder Minderheiten oder eine Kombination dieser oder anderer Probleme.

Informiere dich vorab, welche Probleme es in deiner Zielregion gibt und versuche, mehr über sie zu lernen. Wenn du etwas Zeit hast, wird es deine Reise auch sehr bereichern, wenn du vor Ort etwas freiwillige Arbeit leisten kannst.

5) Respektiere andere Kulturen

Vergiss nie, dass du zu Gast in einer anderen Kultur bist. Diese solltest du respektieren und lieber etwas sanfter auftreten, sprechen und handeln. Lieber einmal mehr fragen, bevor du jemanden brüskierst.

Es hilft auch ein paar Floskeln in der Landesprache zu lernen. Das kann man auch ganz hervorragend vor Ort machen. Frage einfach die ersten Personen die du triffst, wie man in ihrer Sprache Dinge wie „Hallo“, „Danke“ oder „Bitte“ sagt.

6) Sei ein gutes Vorbild

Es mag seltsam sein, aber in vielen Ländern werden westliche Reisende besonders beachtet und auch immer noch imitiert. In aufstrebenden Ländern in Asien und Lateinamerika wird das Verhalten von Amerikanern und Europäern beobachtet und oft als nachahmenswert empfunden.

Dies führt nicht selten zu übermäßigem Konsum, Verschwendung und Umweltverschmutzung. Darum halte ich es für besonders wichtig, ein gutes Vorbild zu sein. Das fängt mit der Wasserflasche und dem Stoffbeutel beim Einkauf an, kann aber noch viel weiter gehen.

Wenn ich im Wald wandern gehe, dann hebe ich auch immer öfter Plastikmüll auf, der achtlos weggeworfen wurde.

7) Manchmal bewusst Nein sagen

Manche Attraktionen muss man einfach nicht mitmachen und ein bestimmtes „Nein“ mit einer kurzen Erklärung ist angebracht.

Zum Beispiel gehören dazu dressierte Elefanten, das Berühren und Sammeln von Korallen, das Essen von Haiflossen oder das Füttern von wilden Tieren.

8) Müll vermeiden und Wiederverwenden

Auch unterwegs kann man viel Müll vermeiden und Dinge sinnvoll weiter verwenden.

An oberster Stelle steht bei mir die Wasserflasche. Selbst in Ländern, in denen das Leitungswasser nicht trinkbar ist, lohnt sich das Umfüllen von größeren Wasserbehältern in die Flasche für unterwegs.

Es ist auch möglich, bedenkliches Wasser zu filtern oder mit UV-Licht zu desinfizieren, und so in gutes Trinkwasser zu verwandeln. Auf diese Weise lassen sich zahllose Einwegflaschen einsparen!

Dinge wie Bücher, die du nicht mehr benötigst, kannst du oft auch in Pensionen, Hostels oder Cafés für nachfolgende Reisende zurücklassen.

Nicht jeder Flyer und jede Karte muss mitgenommen werden. Viele Dinge kannst du auch einfach mit dem Handy für später fotografieren. So reist es sich auch gleich viel unbeschwerter.

9) Packe intelligent

Je weniger ich auf eine Reise mitnehme, desto glücklicher bin ich. Ich muss weniger schleppen und es wird weniger Treibstoff verbraucht.

Informiere dich vorher über Wetter und mögliche Aktivitäten vor Ort und packe entsprechend. Für Reisen von mehr als fünf Tagen gilt für mich grundsätzlich, dass mindestens einmal vor Ort gewaschen wird. Drei bis maximal fünf Outfits müssen genügen. Mit etwas Fantasie lässt sich vieles kombinieren ;-)

10) Es muss auch nicht immer die Fernreise sein

Zu guter Letzt muss es auch nicht immer die Fernreise sein. Auch vor Ort gibt es viele Dinge zu erleben und erkunden. Hier die besten Tipps für die sogenannte „Staycation“.

Was sind deine Tipps für möglichst nachhaltiges Reisen? Teile sie in den Kommentaren!