Schmackhaftes aus Feld und Flur: Wildpflanzen im September
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Auch im September gibt es noch viel in der freien Natur zu ernten! Welche nahrhaften Kräuter, Wildfrüchte und Wurzeln auf dich warten erfährst du hier.

Auch im September hat die Natur wieder viel zu bieten. Schon ohne genaues Hinsehen findest du viele wilde Früchte, Beeren, Blüten und Samen. Jetzt ist auch die Zeit, um etwas für den Winter vorzusorgen.

Junges Blattgrün wird zunehmend rarer. Einige Kräuter fangen an, sich ins Erdreich zurück zu ziehen und die ersten Wurzeln können geerntet werden.

Den kompletten Wildpflanzen-Erntekalender für das ganze Jahr findest du hier.

Ein paar Tipps vorweg

Die wichtigsten Tipps und Regeln für die Ernte und Verwendung von Wildpflanzen findest du hier. Die wichtigsten Grundregeln in Kürze:

  • Gute Sammler sind unsichtbar – ernte nie mehr als ein Drittel der Pflanzen an einer Stelle
  • Ernte nur Pflanzen, die du kennst – erweitere deinen Wissensschatz auf einer Kräuterwanderung
  • Bei guten Vorkenntnissen mit Wildpflanzen ist ein informatives Kräuterbuch hilfreich, z.B. diese:
Heilkräuter und Zauberpflanzen: zwischen Haustür und Gartentor
für Tolino:
Essbare und giftige Wildpflanzen: Über 200 Kräuter, Beeren und Nüsse

Bitte beachte, dass die regionalen Umweltbedingungen sehr verschieden sein können. Wie weit bestimmte Pflanzen im Wachstum sind, kann daher von den hier beschriebenen Zeiträumen abweichen.

Auf den letzten Drücker

Brennnesselsamen können noch geerntet werden. Sie sind eine reiche Proteinquelle und leicht zu sammeln. Aus den Samen der Brennnesseln kannst du ohne Mühe ein kostenloses Proteinpulver herstellen.

An feuchten Plätzen leuchtet cremig weiß das Mädesüß. Sowohl die jungen Früchte als auch die aromatischen Blüten haben einen leichten Mandelgeschmack und duften honigartig. Blüten und Früchte eignen sich als aromatisierende Backzutat für Kuchen, in süßen Desserts, als Tee oder für eine leckere Wildkräuterlimonade.

Mädesüß ist eine vielseitige traditionelle Heilpflanze aber auch in der Küche lecker einsetzbar. Die wichtigsten Tipps zum Anbau, Sammeln und Zubereiten!
von Amanda Slater [CC-BY-SA-2.0]
Die letzten schmalblättrigen Weidenröschen sind noch am Blühen. Die Blüten können roh gegessen werden und eignen sich gut für eine besondere Salatdeko. Die Blütenknospen werden roh oder gedünstet verzehrt. Ein Tee aus Weidenröschenblüten und -blättern bringt Linderung bei Magen- und Darmentzündungen.

Auf feuchten, gemähten Wiesen sind vielleicht noch ein paar junge, weiche Wiesen- oder Schlangenknöterichblätter zu finden. Sie eignen sich gut als Salatgrundlage, Spinat oder als Zutat für Smoothies.

Diese Pflanzen haben Hochsaison

Einige Pflanzen, die wir schon im August aufgeführt haben können auch weiter im September gesammelt werden. Dazu gehören:

Der Breitwegerich und der Spitzwegerich tragen ihre Samenstände, die sich gut zum Abknabbern eignen. Du kannst sie aber auch für den Wintervorrat trocknen. Dazu einfach die proteinreichen Samen vom Stiel abstreifen und über das Müsli oder den Salat gegeben.

Häufig stehen nun am Wegesrand die blau blühenden Wegwarten. Ihre zarten Blüten zupft man ab und nutzt sie auf süßen und herzhaften Speisen als essbare Dekoration. Ab Mitte September zieht sich die Blütenpracht zurück und die Wurzeln werden geerntet, sie können z.B. zu Zichorienkaffee verarbeitet werden. Dazu wird die Wurzel getrocknet, geröstet, vermahlen und dann als Kaffee aufgebrüht. Die Wurzel eignet sich aber ebenso zum Kochen mit anderem Gemüse, dazu wird die Wurzel geschält und vor der Verwendung zwei Stunden in Wasser eingeweicht.

von Roberto Verzo [CC-BY-2.0]
von Roberto Verzo [CC-BY-2.0]
Die Wurzeln des Huflattich und der Margerite werden kleingeschnitten und gemeinsam mit anderem Gemüse gekocht.

Hinweis: Der Huflattich ist eine seit Jahrhunderten vielgeschätzte Heil- und Nahrungspflanze. Er enthält aber Pyrrolizidinalkaloiden, welches in größeren Mengen leberbeeinträchtigend wirken kann.

Die Löwenzahnwurzel wird kleingeschnitten als Salat gegessen oder als Gemüse gekocht. Aus der Löwenzahnwurzel kannst du ebenso einen schmackhaften Ersatz für Bohnenkaffee zubereiten.

Heimisches Wildobst

Die kleinen, gelben Sanddornbeeren mag ich besonders gern. Sie haben einen leckeren süß-säuerlichen Geschmack. Sie schmecken aber nicht nur fantastisch, sondern enthalten sehr viel Vitamin C. Bereits ca. 12 Beeren decken den täglichen Vitamin C Bedarf! Auch Vitamine des B- Komplexes (B1, B2, B3, B9 und vermutlich sogar B12) und viele Mineralstoffe, unter anderem Magnesium, Zink und Eisen, sind enthalten. Ich esse sie am liebsten pur, im Müsli oder im Smoothie. Da durch Erhitzen das Vitamin C zerstört wird, verwende ich die Beeren nur roh und mache sie durch Einfrieren haltbar.

Die Ernte macht etwas Mühe, doch es lohnt sich und mit diesen Tricks erntest du den Sanddorn viel schneller!

Sanddornbeeren sind vitaminreich und gesund. Wo und wie du sie am besten erntest und einige leckere Rezepte für Saft, Marmelade und mehr findest du hier.

Die Weißdornbeeren sind nicht ganz so fruchtig und haben einen eher mehligen, süßen Geschmack. Die Beeren können den Blutdruck senken und fördern eine verbesserte Durchblutung der Herzkranzgefäße. Sie werden pur gegessen, gemeinsam mit anderen Früchten zu Saft verarbeitet oder getrocknet und als Tee aufgegossen.

Die Erntereife der Kornelkirschen erkennst du daran, dass sie dunkelrot und süß sind und sich ganz leicht vom Strauch lösen lassen. Sie können wie Kirschen verwendet werden. Unreife Früchte hingegen sind noch sehr sauer.

Brombeeren und Heidelbeeren gibt es jetzt reichlich. Sie schmecken wunderbar im Quark oder Joghurt oder einfach pur als Nascherei.

Wilde Himbeeren sind ebenfalls noch zu finden. Die süßen Früchte sind besonders schmackhaft, wenn sie sich ganz leicht abziehen lassen und dir fast schon in die Hand fallen.

Die Holunderbeeren werden schwarz und somit erntereif. Aus Holunderbeeren kannst du Sirup oder Holundergelee herstellen. Ich mache daraus gern Holunderbeerensaft, der im Winter vor allem ungesüßt bei Halsschmerzen Linderung bringt. Holunderbeeren können im rohen Zustand Übelkeit und Durchfall hervorrufen, deshalb sollten sie nur gekocht verwendet werden.

Immer mehr Äpfel und Birnen werden reif. Sie finden vielfältige Verwendung in der Küche und können außerdem zu Trockenobst verarbeitet  oder eingekocht werden. Den Reifegrad kannst du ganz einfach testen, indem du eine herunter gefallene Frucht probierst.

Wildwachsende heimische Nüsse

Im September freue ich mich schon auf die ersten Nüsse. Sowohl die Haselnusssträucher, als auch die Walnuss und Esskastanienbäume sind wild zu finden und laden mit heruntergefallenen Nüssen zum Sammeln ein. Für den Winter werden die Hasel- und Walnüsse getrocknet, dabei ist darauf zu achten, dass sie einzeln und luftig liegen, da die noch feuchten Kerne sonst leicht schimmeln.

Auf dem Waldboden liegen häufig Bucheckern, sie können gesammelt und verzehrt werden. Roh sind Bucheckern eher unbekömmlich, daher ist es besser, gleich größere Mengen zu sammeln und zu erhitzen. Geröstet streut man sie über den Salat und gekocht sind Bucheckern eine gute Beigabe zu Gemüsegerichten.

Nuss- und Obstbäume und -sträucher zum Selber-Ernten stehen häufig auf Gemeindeflächen, in Parks oder an Straßenrändern. Diese Plattform zeigt dir, welches Obst du in deiner Nähe ernten kannst.

Die besten Wildfruchtrezepte: Süß und pikant

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Welche Kräuter und anderen Wildpflanzen erntest du und wie verwendest du sie? Teile deine Erfahrungen den anderen Lesern über die Kommentare mit.

Auch im September gibt es noch viel in der freien Natur zu ernten! Welche nahrhaften Kräuter, Wildfrüchte und Wurzeln auf dich warten erfährst du hier.

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