Roggen – Shampoo-Ersatz und gesunde Weizen-Alternative
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Der regionale Roggen schmeckt aromatischer als Weizen und ist auch noch bekömmlicher. In ihm aber noch viel mehr - zum Beispiel eine natürliche Shampoo-Alternative!

Der Roggen (secale cereale) wurde bereits im dritten Jahrtausend vor Christus in Westasien angebaut und kam im Altertum über Kaukasien nach Europa. Über viele Jahrhunderte übertraf in unseren Breiten der Roggenanbau den anderer Getreidesorten, bis er in der Mitte des letzten Jahrhunderts durch den heute weit verbreiteten Weizen verdrängt wurde.

Zu Unrecht, denn der relativ glutenarme Roggen stellt eine gesunde und aromatische Alternative für viele Gerichte dar, in denen du normalerweise Weizen verwenden würdest. Roggen kann aber noch viel mehr – wusstest du, dass er sich auch für die natürliche Haarwäsche und sogar als Duschgel-Ersatz eignet?

Roggen – gesünder als Weizen und Dinkel

Im Vergleich zu Weizen- und Dinkel enthält Roggen einen höheren Anteil an Ballaststoffen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen, die sich positiv auf die Stoffwechselprozesse unseres Körpers auswirken. Der Verzehr von Lebensmitteln, die Roggen enthalten, fördert die Gesundheit auf vielfältige Weise:

  • Dank seines hohen Ballaststoffanteils reguliert Roggen die Verdauung, wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus und fördert einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel. Ein regelmäßiger Verzehr von Roggenvollkornmehl hilft deshalb, der Entstehung von Diabetes Typ 2 entgegenzuwirken.
  • Die im Roggen enthaltene essentielle Aminosäure Lysin beugt Herz-Kreislauferkrankungen vor. B-Vitamine sowie Vitamin E senken das Krebsrisiko.
  • Roggen enthält Phytoöstrogene, eine pflanzliche Vorstufe der Östrogene, die im weiblichen Hormonhaushalt eine wichtige Rolle spielen. Nahrungsmittel mit Phytoöstrogenen helfen, Wechseljahresbeschwerden auf natürliche Weise zu lindern.
  • Lebensmittel mit einem hohen Roggenanteil sättigen schnell und eignen sich deshalb hervorragend als Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, auch im Rahmen einer Diät.

Reines Roggenbrot selber backen

Deine Lust auf Roggen ist geweckt? Dann probiere doch einmal unser Rezept für selbstgemachtes Brot im Topf, oder wage dich an die Herstellung eines eigenen Roggenmehl-Sauerteigs als natürliches, aromatisches Backtriebmittel. Das ist gar nicht so schwer, wie man denkt, und versorgt dich mit einer dauerhaften Basis für frische Brote aus dem eigenen Backofen, gegen deren Aroma und Geschmack die meisten Brote aus dem Handel nicht ankommen.

Glaubst du auch, dass Brotbacken kompliziert ist und Chaos in der Küche hinterlässt? Dann solltest du diese geniale Methode ausprobieren!

Mit dem folgenden Rezept kannst du ein Brot aus reinem Roggenmehl herstellen, das du in dieser Form wahrscheinlich gar nicht kaufen kannst. Dafür benötigst du folgende Zutaten:

  • 1 kg Roggenmehl (wenn möglich frisch gemahlen)
  • 14 g Trockenhefe (2 Tütchen)
  • 2 TL Salz
  • 2 TL Zucker
  • 1 L lauwarmes Wasser
  • Samenkörner nach Wunsch (zum Beispiel Kürbis, Kümmel, Leinsamen, Sesam …)

Und so gehst du vor:

  1. Mehl, Hefe, Zucker, Salz und Körner in eine große Schüssel geben und gut vermischen.
  2. Langsam Wasser hinzugeben und alles zu einem Teig verrühren, bis keine Mehlspuren mehr sichtbar sind. Die fertige Masse ist sehr klebrig, aber gerade so soll sie sein.
  3. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  4. Mit feuchten Händen den Teig aufs Blech legen und einen Laib formen.
  5. Die Oberfläche gitterförmig einschneiden und nach Wunsch mit Körnern bestreuen.
  6. Den fertigen Rohling mit einem Küchenhandtuch abdecken und gehen lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 220-240 Grad vorheizen.
  7. Das Brot in den Ofen schieben und für etwa 40-45 Minuten backen.
  8. Herausnehmen und sofort mit einem feuchten Küchentuch abdecken, damit das Brot nicht austrocknet.

Gesunde Roggen-Sprossen selber ziehen

Bist du ein Fan von frischen Sprossen, die du auf der Fensterbank ziehen und zum Beispiel als vitalstoffreiche Brotauflage verwenden kannst? Dann probiere es doch einmal mit Roggen-Keimlingen! Sie benötigen lediglich zwei bis drei Tage zur Keimung und schmecken zu Beginn ihrer Wachstumsphase besonders mild.

 

Sprossen lassen sich sehr einfach auf der Fensterbank züchten, auch im Winter. Immer in Saison, wirklich regional und sehr gesund bereichern sie unseren Speiseplan.

Mir macht es richtig Spaß, die Körner keimen und sprießen zu sehen. Eine Handvoll der jungen Keimlinge verleiht vielen Speisen wie Müslis und Salaten ein frisches Aroma.

Natürliche Haarpflege mit Roggenmehl

Roggen ist aber viel mehr als ein gesundes Nahrungsmittel. Wenn du deinen Körper auf natürliche Weise reinigen und pflegen möchtest, versuche es doch einmal mit einer Haarwäsche mit Roggenmehl. Das Mehl enthält zahlreiche natürliche Pflegestoffe für eine milde und effektive Haarwäsche ganz ohne chemische Zusätze. Sie nähren das Haar und unterstützen die Regeneration strapazierter Kopfhaut.

Das Waschen der Haare mit Roggenmehl ist eine natürliche und gesunde Alternative zu gängigen Shampoos. Probiere es aus!

Andere Getreidesorten als Roggen sind für die Haarpflege weniger geeignet, weil sie deutlich mehr Gluten enthalten und damit das Haar unangenehm verkleben würden. Und falls von dem angerührten Mehlbrei noch etwas übrig geblieben sein sollte, kannst du ihn sogar als natürliche Duschgel-Alternative für samtig-weiche Haut verwenden!

Kennst du weitere Verwendungsmöglichkeiten für Roggen in Küche und Haushalt? Deine Erfahrungen und Kommentare kannst du gern unter diesem Beitrag hinterlassen.

Der regionale Roggen schmeckt aromatischer als Weizen und ist auch noch bekömmlicher. In ihm aber noch viel mehr - zum Beispiel eine natürliche Shampoo-Alternative!

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