Gärtnern ohne Chemie – dank Mischkultur
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Mit den richtigen Beetnachbarn werden deine Pflanzen gesünder, stärker und ertragreicher - ganz ohne künstlichen Dünger oder Pflanzenschutzmittel.

Bist du auch bereits voller Vorfreude auf das Gartenjahr? Sein eigenes Gemüse anzubauen macht nicht nur Spaß, sondern du bekommst auch noch gesundes Bio-Gemüse für einen weitaus günstigeren Preis als im Bioladen. Um deine Pflanzen auf natürliche Weise zu stärken und ihren Ertrag zu verbessern, bedarf es vor der Pflanzung einer gewissen Planung.

Ein bewährtes Pflanzkonzept, das künstliche Helfer wie Dünger und Pestizide vollkommen überflüssig macht, ist die sogenannte Mischkultur. Dabei werden gezielt solche Pflanzen nebeneinander gepflanzt, die sich durch ihre jeweiligen Eigenschaften gegenseitig ergänzen und helfen. So produzieren manche Pflanzen Nährstoffe, die andere benötigen, oder sie halten ihre Beetnachbarn natürlich frei von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten.

Manche Pflanzen helfen ihren Beetnachbarn sogar gegen unerwünschte Beikräuter und verbessern deren Geschmack.

Gute Nachbarn für beliebte Gemüsepflanzen

Das schlaue Kombinieren der Pflanzennachbarn macht sich bezahlt, denn du erleichterst dir automatisch über das Jahr zusätzliche Arbeit mit Hacken und Gießen, da eine ausgewogene Pflanzendecke ein günstiges Mikroklima begünstigt und Unkräuter kaum aufkommen lässt. Wenn du zudem die verschiedenen Reifezeitpunkte beachtest, kannst du den Platz der Beete geschickt ausnutzen und so den Ertrag übers Jahr steigern.

Neben der Reifezeit spielen die verschiedenen Nährstoffbedürfnisse (Schwachzehrer neben Starkzehrer), aber auch die Höhe der Pflanzen (z.B. für Beschattung) sowie die Länge der Wurzeln (Tiefwurzler neben Flachwurzlern) eine wichtige Rolle.

Auch sollte man beachten, dass sich manche Pflanzenarten überhaupt nicht vertragen, wie zum Beispiel die Kreuz- und Doldenblütler mit den Hülsenfrüchten. Die folgenden Anbau-Kombinationen haben sich für ein gesundes Wachstum der Gemüsepflanzen bewährt.

1. Tomaten

Der Anbau von Tomaten lohnt sich, weil sie zu den gesündesten, heimischen Gemüsesorten zählen und weil du die roten Früchte für das ganze Jahr haltbar machen und zum Beispiel Ketchup daraus herstellen kannst.

Tomatenpflanzen profitieren von Knoblauch, Kohl und KohlrabiKapuzinerkresse und Gartenkresse halten zudem Blattläuse ab. Tomaten benötigen reichlich Nährstoffe und vertragen sich deshalb gut mit Pflanzen, die mit weniger auskommen, wie Buschbohnen und Petersilie. Basilikum hält die weiße Fliege und Mehltau von den Pflanzen fern.

Tomaten sollten nicht zusammen mit Kartoffeln gepflanzt werden, weil sonst die Kraut- und Braunfäule begünstigt wird. Das runde Gemüse verträgt sich außerdem nicht gut mit Erbsen, Fenchel und Gurken.

Tipp: Wenn du die Seitentriebe entfernst, wachsen weniger, dafür aber größere Früchte mit besserem Geschmack. Die Blätter kannst du noch in Form eines Kaltwasser-Auszugs gegen Schädlinge nutzen.

Mit den richtigen Beetnachbarn werden deine Pflanzen gesünder, stärker und ertragreicher - ganz ohne künstlichen Dünger oder Pflanzenschutzmittel.

2. Kartoffeln

Kartoffeln landen als beliebtes Gemüse besonders häufig auf dem Speiseplan. Sie finden nicht nur in der Küche vielfältige Verwendung, sondern sind auch auf verschiedenste Weise im Haushalt nützlich.

Um starke, gesunde Kartoffelpflanzen zu erhalten, pflanze sie am besten zusammen mit Dicken Bohnen, damit beugst du dem gefräßigen Kartoffelkäfer vor. Kümmel und Koriander verbessern den Geschmack der Kartoffeln. Bis sich die Erdäpfel ausbreiten, kannst du den Platz im Beet gut für schnellwachsenden Spinat und Radieschen nutzen. Auch mit diversen Kohlarten, Kohlrabi, Mais und Tagetes harmonieren Kartoffeln.

Sie vertragen sich hingegen nicht mit anderen Nachtschattengewächsen wie Paprika und Tomaten. Weitere schlechte Nachbarn sind Erbsen, Grünkohl, Gurken, Knoblauch, Kohl, Rote Bete, Sellerie, Sonnenblumen und Zwiebeln.

3. Möhren

Karotten sind nicht nur super gesund, sondern lassen sich auch hervorragend in Würzpasten verarbeiten.

Für eine gute Karottenernte kombiniere sie zum Beispiel mit Erbsen, Knoblauch, Radieschen, Rettich, Schnittlauch und Tomaten. Rosmarin hilft gegen die Karottenfliege. Die Mischkultur aus Möhren und Zwiebeln ist vielen Hobbygärtnern wohlbekannt, aber dennoch strittig. Sie halten sich zwar gegenseitig die Möhren- und Zwiebelfliege fern, haben aber im Herbst unterschiedliche Ansprüche an die Bewässerung. Deshalb passt Porree besser zu Möhren, er hat einen ähnlichen Wasserbedarf.

Dill erhöht die Keimfähigkeit der Karottensamen und verströmt gleichzeitig einen abwehrenden Geruch gegen Schädlinge. Pastinake, Petersilie und Sellerie sind hingegen schlechte Nachbarn für Möhren.

Mit den richtigen Beetnachbarn werden deine Pflanzen gesünder, stärker und ertragreicher - ganz ohne künstlichen Dünger oder Pflanzenschutzmittel.

4. Salat

Ein knackiger Salat ist im Sommer ein Muss. Dabei kann man zwischen verschiedenen Sorten für den Anbau wählen. Zu Feldsalat passen Endivien, Erdbeeren, Kohlrabi, Radieschen, Ringelblumen, Winterportulak und Zwiebeln. Feldsalat mag keinen Baldrian in unmittelbarer Umgebung.

Gute Nachbarn für Kopfsalat sind Bohnen, Dill, Erbsen, Erdbeeren, Gurken, Kohl, Lauch, Möhren, Tomaten, Zwiebeln, wohingegen Sellerie in unmittelbarer Nähe gemieden werden sollte.

Pflücksalat liebt Brokkoli, Dill, Erbse, Karotte, Kohlrabi, Kopfkohl, Mais, Mangold, Pastinake, Radieschen und Rosenkohl in seiner Nähe. Zucchini sind schlechte Nachbarn des Pflücksalats.

Petersilie ist ein schlechter Nachbar für alle Salate, da ihre Stoffwechselausscheidungen und ätherischen Öle aggressiv und schädigend auf sie wirken.

Tipp: Baue dir Salatkräuter für dein Dressing auf Vorrat gleich mit an

Mit den richtigen Beetnachbarn werden deine Pflanzen gesünder, stärker und ertragreicher - ganz ohne künstlichen Dünger oder Pflanzenschutzmittel.

5. Zucchini

Der Anbau von Zucchini ist in der Regel unkompliziert und verspricht bei gutem Nährstoffangebot eine reiche Ernte, die du zum Beispiel als Zucchini-Spaghetti verarbeiten kannst. Bevor es aber an die Ernte geht, setze die nährstoffhungrigen Zucchinipflanzen, die vor allem Stickstoff benötigen, am besten neben stickstoffbildende Leguminosen. Das sind Pflanzen, die mit Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden speichern, wie zum Beispiel Stangenbohnen und Erbsen. Aber auch Kopfsalat, Lauch, Möhren, Petersilie, Rettich, Rote Bete, Sellerie, Spinat, und Zwiebeln sind gute Nachbarn der Zucchini.

Pflücksalat und Rettich sollten dagegen nicht neben Zucchinis platziert werden.

Mit den richtigen Beetnachbarn werden deine Pflanzen gesünder, stärker und ertragreicher - ganz ohne künstlichen Dünger oder Pflanzenschutzmittel.

6. Gurken

Gurken sind nicht nur eine knackige Knabberei, sondern können auch im Sommer erfrischen, zum Beispiel in einer kühlen Gurkenlimonade.

Für einen üppigen Ertrag setze die flach wurzelnde Gurken zur altbewährten Mischkultur mit dem ebenfalls wärmeliebenden, tief wurzelnden Sellerie. Die Gurke als Starkzehrer zieht ebenfalls Nutzen vom Stickstoff, der von Erbsen und Bohnen gebildet wird. Weitere gute Partner sind Dill, Fenchel, Kohl, Kopfsalat, Kümmel, Lauch, Mais, Rote Bete und Zwiebeln.

Im Freiland können Gurken und Tomaten nebeneinander gut auskommen. Im Gewächshaus jedoch bilden sich meist bei einer der beiden Sorten Krankheiten, da Tomaten eher trockene Luft bevorzugen und Gurken eher feuchtere.

Tipp: Borretsch in die Nähe gepflanzt, lockt durch seine vielen Blüten Insekten an, die zum Bestäuben der Gurken sehr hilfreich sind.

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7. Paprika

Paprika braucht viel Wärme und Wasser, um sich optimal zu entwickeln, und ist daher neben der Tomate gut im Gewächshaus oder im Folientunnel aufgehoben. Sie wächst langsamer als die Tomate und bleibt auch von Wuchs eher klein. Ein weiterer guter Nachbar ist die Möhre mit ihren tiefen Wurzeln. Auch Kohl in der Nähe wirkt sich günstig aus.

Schlechte Nachbarn für Paprika sind dagegen Erbsen, Gurken, Kartoffeln und Sellerie.

8. Kürbis

Der starkzehrende Kürbis ist pflegeleicht und hat sich bereits in der indianischen Kultur mit Mais und Bohnen im gemeinsamen Anbau bewährt. Die Bohnen düngen den Mais und den Kürbis, während der bodendeckende Kürbis die senkrecht wachsenden Bohnen und Maispflanzen auf dem Beet gut ergänzt. Gleichzeitig helfen die Blätter des schnell wachsenden Kürbis, den Boden vor dem Austrocknen zu schützen, sodass seltener gewässert werden muss. Gemeinsam geerntet, schmecken sie auch hervorragend in einer Mahlzeit.

Auch neben Brokkoli und Ringelblume entwickelt sich Kürbis gut. Dill, Gurken und Kohl sollten dagegen nicht zusammen mit Kürbis angebaut werden.

Mit den richtigen Beetnachbarn werden deine Pflanzen gesünder, stärker und ertragreicher - ganz ohne künstlichen Dünger oder Pflanzenschutzmittel.

9. Bohnen

Bohnen gehören ebenfalls zu den äußerst gesunden, heimischen Gemüsesorten. Beim Anbau wird hauptsächlich zwischen niedrig wachsenden Buschbohnen und kletternden Stangenbohnen unterschieden.

Die rankenden Stangenbohnen profitieren vom senkrecht wachsenden Mais als Rankhilfe, der sich im Gegenzug über den Stickstoff der Bohnen freut. Ebenfalls gute Partner für Stangenbohnen sind Endivien, Gurken, Kohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Radieschen, Rettich, Sellerie, Spinat und Zucchini.

Buschbohnen kommen mit Bohnenkraut, Erdbeeren, Gurken, Sellerie, Roter Bete, Kohlarten, Kopfsalat, Pflücksalat und Tomaten gut aus.

10. Lauch

Lauch, auch Porree genannt, ist eine Grundzutat in vielen Suppen und Eintöpfen. Er passt zu Erdbeeren, Kohl, Kopfsalat, Möhren, Sellerie und Tomaten. Wermut und Rettich schützen ihn vor der Lauchmotte.

Ungeeignete Beetnachbarn für Porree sind Bohnen, Erbsen, Grünkohl, Knoblauch, Rote Bete und Schnittlauch.

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11. Radieschen

Die schwach zehrenden Radieschen gesellen sich gern zu Bohnen, Erbsen, Kohl, Kopfsalat und Möhren.

Für den benachbarten Anbau sollten Brokkoli, Chinakohl, Erdbeere, Gurke, Kohl, Kohlrabi, Kopfkohl, Rettich, Rucola, Rosenkohl, Senf und Zucchini eher gemieden werden.

Tipp: Nach der Ernte kannst du Radieschenblätter noch vielfältig weiterverarbeiten.

Das Beachten der optimalen Pflanzenkombinationen bringt zahlreiche Vorteile und letztendlich eine besonders gute Ernte. Wem das jedoch zu kompliziert erscheint, der kann sich an eine Faustregel halten: Pflanze Gemüse, welches oberirdisch geerntet wird, neben Gemüse, das unirdisch gedeiht.

Weitere Tipps für die Mischkultur

Du kannst die Pflanzenkombinationen in beliebiger Weise ausbringen, in Reihen pflanzen oder gemischt. Das Vermengen der Samen eignet sich vor allem für Möhren, deren Vereinzelung relativ aufwändig ist. Vermische dafür die Möhrensamen zum Beispiel mit Kümmelsamen auf der Hand und streue sie direkt auf den Boden aus. Beachte den Pflanzabstand der ausgewachsenen Pflanzen, wenn du in Reihen pflanzt, da sie sich sonst gegenseitig Wasser, Nährstoffe und Licht wegnehmen.

Achte ebenfalls darauf, dass die Vorkultur möglichst kein schlechter Nachbar des Gemüses war, da sich dies auch schlecht auf das Wachstum der Nutzpflanzen auswirken kann. Nur Rhabarber und Tomate können lange Zeit auf demselben Boden gezogen werden.

Mit welcher Mischkultur hast du bereits gute Erfahrung gesammelt? Verrate es uns in einem Kommentar unter diesem Beitrag!

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