Käsekuchen geht auch ohne Milchprodukte
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So backst du einen köstlichen Käsekuchen auch ohne Milchprodukte. Mit Tofu, Seidentofu und etwas Zitrone schmeckt dein veganer Kuchen Omas Original zum Verwechseln ähnlich.

Wer sich vegan ernähren möchte, oder aus gesundheitlichen Gründen auf Milchprodukte und tierische Fette verzichten will, ist nicht zu einem Leben mit Selleriestangen und Studentenfutter verdammt. Wenn es genüsslich werden soll, dann greifen auch Veganer bei Torten, Kuchen und Co. gerne kräftig zu.

Oftmals kann man schon mit ein paar einfachen Tricks ein altes Backrezept, das ordentlich Butter, Ei und Sahne enthält, in eine vegane Leckerei verwandeln. Für Hühnereier zum Beispiel gibt es zahlreiche Alternativen, Milch kannst du in den meisten Rezepten ganz einfach durch Mandelmilch oder einen anderen pflanzlichen Milchdrink ersetzen.

Du denkst, bei Sahnetorten und Käsekuchen ist das unmöglich, weil die Hauptzutaten ja Milchprodukte sind? Fehlanzeige! Mit diesem Rezept gelingt dir ein Käsekuchen ohne tierische Zutaten, der sich vor dem üppigen Bruder aus Quark und Sahne nicht verstecken muss.

Käsekuchen ohne Quark backen

In der Regel besteht ein Käsekuchen aus einem dünnen, buttrigen Mürbeteig-Boden und einer fetten, cremigen Quarkdecke. Genauso ist es auch bei dieser Variante, naja, nicht ganz genau so…

Du brauchst:

1. Für den Boden

2. Für die Käsedecke

  • 800 g Seidentofu (besonders fein und cremig)
  • 400 g Tofu, natur (sorgt für Festigkeit)
  • 2 Bio-Zitronen (Abrieb und Saft)
  • 160 g Zucker
  • 240 g Margarine (geschmolzen)
  • 2 Päckchen Vanillepudding-Pulver oder alternativ 80 g Stärke und das Mark einer Vanilleschote

So geht’s:

  1. Für den Boden Mehl und Backpulver mischen. Mit Wasser und Margarine rasch verkneten und den fertigen Teig kaltstellen.
  2. Tofu und Seidentofu gut abtropfen lassen.
  3. Die Margarine bei niedriger Temperatur zum Schmelzen bringen.
  4. Beide Tofus im Mixer fein pürieren.
  5. Alle Zutaten für die Füllung vermischen.
  6. Eine Springform (28 cm Durchmesser) mit etwas Margarine fetten und bemehlen.
  7. Backform mit Mürbeteig auskleiden.
  8. Füllung auf dem Teigboden verteilen.
  9. Bei 160 bis 180 Grad etwa eine Stunde backen, Stäbchenprobe machen!
  10. Vor dem Anschneiden abkühlen lassen.

Die Stäbchenprobe

Wenn du nicht so genau weißt, wie lange der Kuchen in deinem Ofen braucht, kannst du mit einem Holzstäbchen testen, ob er schon fertig ist. Dazu steckst du ein dünnes Holzstäbchen (z.B. einen Schaschlikspieß) in der Mitte des Kuchens tief in den Teig und ziehst es wieder heraus. Wenn kein oder nur sehr wenig Teig am Stäbchen kleben bleibt, ist der Kuchen fertig.

Varianten

1. Russischer Zupfkuchen

Der Zupfkuchen ist mittlerweile schon fast beliebter als die pure Käsekuchen-Variante. Mit derselben Füllung wie für den Käsekuchen kannst du auch einen Zupfkuchen herstellen. Dazu halbierst du am besten die Mengenangaben für die Füllung.

Den Mürbteig machst du natürlich schokoladig.

Dazu brauchst du:

  • 250 g Mehl
  • ½ Päckchen Weinstein-Backpulver
  • 125 g Butter
  • 125 Zucker
  • 25 g Kakao
  • 1 EL Apfelmus oder einen anderen Ei-Ersatz

So geht’s:

  1. Trockene Zutaten vermengen.
  2. Alle übrigen Zutaten einarbeiten.
  3. Den Teig nutzt du für den Boden und die Schokoflecken auf der Füllung.
  4. Verwende eine Springform mit 24 cm Durchmesser.
  5. Backe den Kuchen bei ca. 180 Grad für eine Stunde. (Stäbchenprobe!)

2. Cashew-Käsekuchen (Rohkost-Variante)

Wer nicht auf Tofu steht oder sich rohköstlich ernähren möchte, kann auch aus Cashew-Nüssen eine Käsefüllung zaubern. Das ist ein bisschen aufwändiger, weil die Nüsse einige Zeit eingeweicht werden müssen, dafür sparst du dir das Backen der Füllung. Die kannst du direkt auf einen fertigen Mürbeteig geben und los schlemmen. Auch ein Rohkost-Mürbeteig ist kein Hexenwerk.

Für den rohköstlichen Käsekuchen brauchst du:

1. Für den Teig

2. Für die Füllung

  • 600 g gekeimte Cashew-Kerne (wie das geht, erkläre ich nach dem Rezept)
  • etwas Crushed Ice
  • 90 ml Agavendicksaft
  • 4 EL Kokosblütenzucker
  • optional: eine Prise Zimt, Mark von einer Vanilleschote

So geht’s:

  1. Für den Boden alle Zutaten rasch verkneten und in eine Quicheform (26 cm) dünn ausrollen.
  2. Mindestens vier Stunden lang bei Zimmertemperatur trocknen lassen.
  3. Für die Creme gekeimte Kerne, Eis und Agavendicksaft fein pürieren.
  4. Eventuell Zimt oder Vanilleschote dazugeben und nochmal kurz mixen.
  5. Creme auf den Boden geben und mit Kokosblütenzucker bestreuen.

Bis zum Verzehr kalt stellen, gut gekühlt schmeckt es besonders lecker.

Köstlich dazu sind frische Blaubeeren oder Himbeeren oder auch beerige Früchte oder Sauerkirschen aus dem Glas.

Hinweis: Die Cashew-Creme sollte nicht zu flüssig sein, sei deshalb vorsichtig bei der Menge des verwendeten Eises. Da aber kein Verdickungsmittel in der Creme ist, wird sie natürlich nicht so fest, wie bei einem herkömmlichen Käsekuchen. Dem Geschmack tut das aber keinen Abbruch.

(Cashew-)Kerne keimen

Nüsse, Getreide und Samen erwachen beim Keimen buchstäblich zum Leben, und es ist ganz einfach zu Hause zu machen.

Dazu brauchst du:

  • Keimgut (Nüsse, Samen, was immer du keimen willst)
  • Keimglas

Tipp: Ein Keimglas kannst du dir aus einem alten Schraubglas ganz einfach selber machen. Einfach viele kleine Löcher in den Deckel bohren, oder das Glas mit einer Gaze abdecken.

So geht’s:

  1. Keimgut für etwa 12 Stunden (über Nacht) in Wasser einweichen. Die großen Cashew-Kerne brauchen eher 24 Stunden Keimzeit. Das Wasser nach 12 Stunden wechseln.
  2. Bis ein Keimling sprießt, dauert es etwa zwei oder drei Tage. In dieser Zeit die Kerne zweimal täglich gründlich abspülen und abtropfen lassen. Dies geht am besten in einem Keimglas. Einfach reichlich Wasser in das Glas füllen, schütteln und umdrehen, sodass das Wasser gut abtropfen kann.

Tipp: Für die Cashew-Creme des Käsekuchens reicht diese kurze Keimzeit völlig aus, da wir ja keine grünen Blättchen haben wollen. Wenn es für Salate oder Suppentoppings grün sprießen soll, die Keimzeit einfach um weitere drei Tage verlängern. Dabei das gründliche Spülen nicht vergessen!

Wie du siehst, heißt vegane, laktosefreie oder rohköstliche Ernährung nicht, dass man dabei aufs Genießen verzichten muss. Es braucht zunächst vielleicht ein bisschen mehr Kreativität, aber nach einer kleinen Umgewöhnung geht das gesunde, fettarme Kochen und Backen genauso leicht von der Hand wie zuvor.

Was sind deine Erfahrungen beim veganen Backen? Schmaus oder Graus? Hinterlasse uns doch einen Kommentar und berichte von deinen Tricks und Rezepten.

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