Omas Hausmittel für Muskeln und Gelenke
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Was Oma noch wusste: Diese Hausmittel aus der Natur helfen bei Prellungen, Zerrungen und weiteren Muskel- und Gelenkbeschwerden.

Manchmal geht es sehr schnell und schon hast du eine Prellung, Quetschung, Hexenschuss. Auch Muskelzerrungen und Wadenkrämpfe sind nicht nur für Sportler eine Plage. In der Apotheke gibt es dagegen Salben, Pillen und Tinkturen. Doch es geht auch natürlicher und vor allem preiswerter! Im Garten der Natur findet sich so manches Heilkraut für Muskeln und Gelenke. In diesem Beitrag erfährst du, wie sich schon unsere Urgroßeltern bei den sieben häufigsten Beschwerden zu helfen wussten.

Hinweis: Diese Tipps können nicht den Arztbesuch ersetzen. Nur ein Mediziner oder Heilpraktiker kann und darf eine Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie verordnen. Die hier empfohlenen Methoden kannst du ergänzend anwenden, solltest sie aber insbesondere bei schweren Erkrankungen mit deinem Arzt besprechen.

1. Muskelzerrung

Du hast dich beim Sport überanstrengt oder zu schwere körperliche Arbeit verrichtet? Dann kann es leicht zu einer Muskelzerrung kommen. Wichtig ist in solchen Fällen, sofort zu reagieren. Der betroffene Muskel braucht jetzt dringend Schonung. Eine wirksame Erste-Hilfe-Maßnahme ist außerdem, den Muskel zu kühlen. Dazu kannst du alles verwenden, was zur Verfügung steht. Im Handel gibt es spezielle Kühlpacks, ein Beutel Eiswürfel oder gefrorene Erbsen tut es aber auch. Wickle sie in einen Lappen oder ein Handtuch, damit die Haut keinen Schaden durch übermäßige Kälte nimmt.

Umschläge mit Ringelblumen-Essenz unterstützen und beschleunigen die rasche Heilung der verletzten Muskelfasern.

Dafür brauchst du:

  • eine Handvoll getrocknete Ringelblumenblüten (etwas mehr bei frischen Blüten)
  • 1 l Alkohol mit 40 % Vol. (z.B. Korn)
  • eine Flasche

So stellst du die Essenz her:

  1. Flasche mit Alkohol und Blumenblüten befüllen.
  2. Durch ausgiebiges Schütteln vermischen.
  3. Mindestens zwei Wochen warm stehen lassen.
  4. Filtern.

Tipp: Du kannst immer so viel Essenz abgießen, wie du gerade brauchst. Der Rest darf weiter ziehen.

Um heilende Umschläge mit der Ringelblumen-Essenz herzustellen, verdünnst du diese mit abgekochtem Wasser. Gib die Mischung auf ein sauberes Tuch, das direkt auf die verletzten Muskeln aufgelegt wird. Lasse den Umschlag dort, bis das Tuch getrocknet ist. Damit es nicht verrutscht, kannst du das Tuch mit einer Mullbinde oder einem zweiten Tuch fixieren.

Die Inhaltsstoffe der Ringelblume eignen sich hervorragend für eine Wund- und Heilsalbe. In nur wenigen Schritten hast du sie daheim selbst hergestellt!

2. Prellung und Bluterguss

Prellungen und Blutergüsse entstehen häufig bei Unfällen in Haushalt und Straßenverkehr. Zwar sind diese Verletzungen meistens nicht schlimm, damit die Schmerzen aber schneller vergehen und die Beweglichkeit rasch wieder hergestellt ist, behandelst du sie am besten mit Arnika-Essenz oder einer frischen Auflage vom Wiesenbärenklau.

Bei der Herstellung der Arnika-Essenz verfährst du genauso wie bei der Ringelblumen-Essenz. Allerdings wird die 1:1 mit abgekochtem Wasser verdünnte Droge der Arnika direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen und sanft eingerieben.

Was Oma noch wusste: Diese Hausmittel aus der Natur helfen bei Prellungen, Zerrungen und weiteren Muskel- und Gelenkbeschwerden.

Für die Wiesen-Bärenklau-Auflage brauchst du nur frische Blätter des Wiesen-Bärenklaus.

So geht’s:

  1. Blätter waschen und zerquetschen, damit ihr Saft austritt. Das geht sehr gut mit einem Nudelholz.
  2. Den frischen Blätterbrei auf die Prellung oder den Bluterguss auflegen.
  3. Mit einem warmen Tuch abbinden.

Gute Besserung!

3. Quetschung

Hand oder Finger in der Schublade eingeklemmt? Bei solchen Quetschungen hilft Beinwell oder Symphytum. Beide Namen des Krauts weisen auf seine seit Jahrhunderten bekannte Heilwirkung bei Knochenbrüchen und anderen Verletzungen hin. Die Inhaltsstoffe des Beinwell wirken schmerzlindernd und abschwellend, am besten in Form eines Umschlages aus Beinwell-Essenz.

Für die Herstellung der Beinwell-Essenz brauchst du:

  • Wurzeln der Pflanze
  • Alkohol mit 40 % Vol.
  • eine Flasche

Und so gehst du vor:

  1. Wurzeln mit einer Bürste säubern und kleinschneiden.
  2. In eine Flasche geben und mit Alkohol übergießen, sodass sie vollständig bedeckt sind.
  3. Nach vierzehn Tagen in einem warmen Raum ist die Essenz fertig für die Verwendung.

Was Oma noch wusste: Diese Hausmittel aus der Natur helfen bei Prellungen, Zerrungen und weiteren Muskel- und Gelenkbeschwerden.

Anwendung: Beträufele einen Wattebausch oder ein entsprechend großes Stück Zellstoff oder Tuch mit der Essenz. Um die Haut zu schützen, empfiehlt es sich, vorab etwas Ringelblumensalbe oder ähnliches aufzutragen. Dann die Auflage anbringen und mit einer Binde oder einem Stück Stoff fixieren.

4. Wadenkrämpfe

Viele Menschen werden nicht nur beim Sport, sondern beispielsweise auch mitten in der Nacht von Wadenkrämpfen geplagt. In der Apotheke oder beim Arzt lautet dann die Empfehlung, Magnesiumtabletten zu schlucken. Vom Prinzip her ist dieser Gedanke auch nicht verkehrt, denn Magnesium-Mangel ist die häufigste Ursache für Muskelkrämpfe. Beachte jedoch, dass Magnesium-Präparate schnell abführend wirken können, sodass die zusätzlich eingenommenen Mineralien nicht im Körper bleiben. Ein Teufelskreis…

Was Oma noch wusste: Diese Hausmittel aus der Natur helfen bei Prellungen, Zerrungen und weiteren Muskel- und Gelenkbeschwerden.

 

Eine interessante Alternative für Menschen, die nachts von Krämpfen geweckt werden, ist die Verwendung eines Bärlapp-Kissens.

Dafür brauchst du:

  • einen Kissenbezug
  • je nach Größe der verkrampften Muskelpartie 100 g bis 300 g getrockneten Bärlapp

So gehst du vor:

  1. Kissenbezug mit Kräutern füllen.
  2. Über Nacht auf die krampfenden Muskeln auflegen.

5. Verstauchung

Fuß oder Handgelenk verstaucht? Das tut nicht nur weh, sondern nervt auch gewaltig, da man in der Bewegung eingeschränkt ist. Um starkes Anschwellen zu verhindern, sollte auch hier schnell gekühlt werden. Eine Faustregel besagt: Eine Stunde Kühlen verkürzt die Dauer der Schwellung um einen Tag. Damit du im Anschluss rascher wieder schmerzfrei unterwegs bist, streiche die verletzte Körperpartie sanft mit Thymian-Öl ein.

Für die Herstellung von Thymian-Öl brauchst du:

  • frisches Thymiankraut
  • ein Pflanzenöl deiner Wahl

Welches Öl du verwendest, spielt keine große Rolle. Nimm am besten das, was du hast. Mandelöl ist besonders hautpflegend, aber auch andere Speiseöle sind geeignet. Im Sommer ist kühlendes Kokosöl vielleicht angenehm.

Was Oma noch wusste: Diese Hausmittel aus der Natur helfen bei Prellungen, Zerrungen und weiteren Muskel- und Gelenkbeschwerden.

So geht’s:

  1. Thymianblättchen und Blüten vom Stiel abstreifen. Das geht besonders einfach, wenn du den Zweig zwischen Daumen und Zeigefinger nimmst und gegen die Wuchsrichtung streichst. Wenn dein Gefäß groß genug ist, kannst du auch die ganzen Stängel verwenden.
  2. Thymian in ein verschließbares Gefäß geben und mit Öl bedecken.
  3. Drei Wochen in der Wärme stehen lassen.
  4. Gelegentlich schwenken, um Schimmelbildung zu vermeiden und das Herauslösen der Wirkstoffe zu beschleunigen.

Die Verstauchung mehrmals täglich mit Thymian-Öl einreiben.

6. Hexenschuss

Hexenschuss ist eine gemeine Sache und kommt meistens unvermittelt. Schon eine falsche Bewegung reicht und du kannst kaum noch gerade stehen. Kein Wunder, dass man in früheren Zeiten einen Hexenfluch für diese Erscheinung verantwortlich gemacht hat.

Obwohl es ein bisschen danach aussieht, hat auch die folgende Behandlungsmethode mit Zauberei rein gar nichts zu tun. Meine Oma Käthe schickte mich nach einem Hexenschuss in den Garten, um einige Zweige Brennnessel zu holen. Dann hat sie sozusagen den Teufel mit dem Belzebub vertrieben und den schmerzenden Bereich von unten nach oben mit frischen Brennnesseln abgestrichen. Auf die gerötete Haut kam nach der Prozedur etwas Puder zur Linderung. Diese Behandlung hat sie mehrmals täglich wiederholt, bis die Beschwerden abgeklungen waren.

Wem diese Methode zu radikal erscheint, der kann es stattdessen mit Johanniskraut-Öl versuchen, das sich auch sehr einfach selbst herstellen lässt. Schmerzende Partien mit dem Öl einstreichen. Diese Behandlung kann bis zu dreimal täglich wiederholt werden, bis die Beschwerden nachlassen.

7. Rückenschmerzen

Außer dem Hexenschuss gibt es eine Reihe von diffusen Rückenschmerzen, denen ganz unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen können. Muskelverspannungen, Fehlhaltungen oder längeres Sitzen in der Zugluft gehören zu den häufigsten Auslösern. Neben einer Wärmebehandlung durch ein Kirschkernkissen oder eine Auflage mit kuscheliger Heilwolle sind in diesem Fall frische Kastanien hilfreich.

Was Oma noch wusste: Diese Hausmittel aus der Natur helfen bei Prellungen, Zerrungen und weiteren Muskel- und Gelenkbeschwerden.

Für eine schmerzlindernde Kastanien-Auflage brauchst du:

Und so stellst du die Kastanien-Auflage her:

  1. Kastanien schälen und fein mahlen.
  2. Kastanien-Granulat in den Kissenbezug füllen.
  3. Auf die betroffenen Stellen auflegen.

Was sind deine Geheimtipps bei Verletzungen der Muskulatur und schmerzenden Gelenken? Wir sind gespannt auf deine Ergänzungen!

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