Shampoo Adé: 7 natürliche Haarpflege-Alternativen ohne Plastik
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Keine Lust mehr auf Verpackungsflut, Mikroplastik und Chemie im Haar? Mit diesen Alternativen kannst du dein Haar natürlich und plastikfrei pflegen.

Wer Plastik im Alltag reduzieren möchte, steht bei der Haarpflege gleich vor mehreren Herausforderungen. Handelsübliche Shampoos, Spülungen und Haarkuren kommen in den meisten Fällen in einer Einwegverpackung aus Kunststoff daher, einige Produkte enthalten neben anderen fragwürdigen Inhaltsstoffen aus dem Chemielabor sogar erhebliche Mengen Mikroplastik. Diese mit dem bloßen Auge gar nicht mehr erkennbaren Kunststoffe werden durch Kläranlagen nicht erfasst und gelangen so in den Wasserkreislauf, reichern sich in der Umwelt an und stellen eine wachsende Gefahr für Mensch und Natur dar.

Mit den folgenden Tipps und Rezepten sparst du Verpackungsmüll und nutzt ausschließlich natürliche, biologisch abbaubare Wirkstoffe, die dein Haar genauso gut oder sogar noch besser pflegen als ein Shampoo aus der Drogerie. Besonders Experimentierfreudige erfahren, mit welcher Strategie sie sogar ganz auf Haarwaschmittel verzichten können.

1. Haarseife – verpackungsfrei und praktisch für unterwegs

Was früher gang und gäbe war, findet heute dank einer wachsenden Zero-Waste-Bewegung den Weg zurück in die Badezimmer: Haarseifen! Aufgrund ihrer festen Konsistenz benötigen viele Produkte außer einer kleinen Papier-Banderole keine weitere Verpackung. Wenn du Spaß am Seifensieden hast, kannst du eine Haarseife auf Pflanzenöl-Basis sogar selbst herstellen. Nicht nur für die tägliche Haarpflege zu Hause, auch für unterwegs sind Haarseifen ein platzsparender und ergiebiger Begleiter.

Feste Haarseife ist extrem praktisch: kaum Verpackung, genial für's Reisen und ein tolles Gefühl beim Waschen. Wir zeigen dir, wie du sie selber herstellst!
von AJ Batac (CC-BY-2.0)

2. Roggenmehl als natürliche Haarpflege aus der Küche

Darf es ein wenig puristischer sein? Dann könnte die Haarwäsche mit Roggenmehl genau das Richtige für dich sein. Das regional angebaute Getreide kommt längst nicht mehr nur als Nahrungs- und Futtermittel zum Einsatz, sondern gilt auch als umweltfreundlicher, nachwachsender Rohstoff. Der hautfreundliche pH-Wert des Mehls sowie die darin enthaltenen Mineralien, Aminosäuren und Vitamine machen Roggenmehl zum idealen Haarpflegeprodukt für beinahe jeden Haartyp.

Würdest du gern deine Haare mit Roggenmehl waschen, aber es funktioniert nicht wie du dir es vorstellst? So funktioniert das Roggenmehl-Shampoo perfekt!

3. Lavaerde schont die natürliche Schutzschicht der Haare

Zwar nicht regional, dafür ebenfalls zu 100 Prozent natürlichen Ursprungs ist sogenannte Lavaerde, auch als Wascherde bekannt. Dabei handelt es sich, anders als der Name vielleicht vermuten lässt, nicht um vulkanische Erde, sondern um eine besondere Sorte gemahlenen Ton, der bereits seit Jahrhunderten als natürliches Mittel zur Körper- und Haarpflege verwendet wird. Aus Lavaerde und etwas lauwarmem Wasser kannst du im Handumdrehen ein äußerst schonendes Haarwaschmittel herstellen, das im Gegensatz zu vielen handelsüblichen Produkten die natürliche Schutzschicht der Haare nicht angreift.

Je nach Veranlagung und Zustand der Haare kann der Umstieg von handelsüblichen Shampoos auf natürliche Mittel zur Haarreinigung vorübergehend zu trockener Kopfhaut oder fettigem Haar führen. In einem gesonderten Beitrag erfährst du, wie der Übergang in ein Shampoo-freies Leben optimal gelingt.

Jahrelanges Waschen mit Industrie-Shampoos hinterlässt seine Spuren und die Umstellung auf natürliche Pflege ist gar nicht so leicht. So geht es trotzdem!

4. Water only – An meine Haare lasse ich nur reines Wasser

Warum reicht es eigentlich nicht, die Haare gelegentlich mit klarem Wasser zu spülen? Schließlich greifen wir mit jedem Reinigungsmittel, sei es auch noch so natürlich, in körpereigene Prozesse ein. Jede chemische Haarwäsche spült wertvollen Talg aus, den die Natur eigentlich für Pflege und Schutz des Haars und der Kopfhaut vorgesehen hatte, und der auch den trockenen Haarspitzen zu Gute kommen könnte. Diesem Grundgedanken folgend setzt die Water-only- oder auch Wasser-Methode ausschließlich auf lauwarmes Wasser zur Haarpflege. Wie und warum das so gut funktioniert, erfährst du hier.

Haare Waschen ohne Shampoo, Seife, Natron oder Roggenmehl? Ja es geht! Wie das Haarewaschen ohne Hilfsmittel funktioniert und worauf du achten solltest!

5. Sebum only – Haarpflege allein mit der Bürste

Ein anderer Ansatz geht noch weiter und ersetzt feuchte Haarwäschen gleich ganz durch die regelmäßige, intensive Nutzung einer Haarpflegebürste aus saugfähigen Naturmaterialien. Sebum only nimmt nur wenig mehr Zeit in Anspruch als klassisches Haarewaschen. Wenn man Trocknen und Föhnen mit einrechnet, sind die 100 Bürstenstriche täglich sogar deutlich schneller erledigt. Sebum only eignet sich insbesondere für trockenes, strapaziertes Haar. Je nach Haartyp ist ein spezieller Bürstentyp empfehlenswert.

Vergiss Shampoo, Spülung, Haarspray & Co., denn alles, was du für schönes, gesundes Haar brauchst, ist eine gute Bürste. Der Grund für Haar-Probleme ist meist nicht zu wenig Pflege, sondern zu viel!

6. Natürliche Haarkuren

Auch wenn du deine Haarpflege erfolgreich umgestellt hast, kann es vorkommen, dass deine Haare gelegentlich eine etwas intensivere Pflege benötigen, zum Beispiel nach einem Schwimmbadbesuch oder einem ausgiebigen Sonnenbad. Selbst in diesen Fällen musst du noch lange nicht zu Pflegeprodukten aus der Drogerie greifen, sondern kannst du dir stattdessen eine revitalisierende, natürliche Haarkur selbst herstellen.

Spröde, glanzlose aber auch schnell fettigende Haare freuen sich über regelmäßige Pflege. Hier findest du eine einfache Haarkur für jeden Problemfall.

7. Haarspülungen aus Küchenzutaten

Zum Abschluss haben wir noch einen besonderen Tipp zur natürlichen Haarpflege. Sicherlich kennst du Apfelessig- oder Zitronsaftspülungen für die Haare. Es gibt aber noch viele andere Küchenzutaten, mit denen du eine einfache Haarspülung herstellen und damit deine Haare natürlich pflegen kannst!

Gute Haarpflege muss nicht teuer sein. Gesunde Spülungen kannst du aus natürlichen Zutaten selbst herstellen. Die besten Lösungen für jedes Haarproblem!

Welche Erfahrungen hast du mit alternativen Wegen in der Haarpflege gesammelt? Wir freuen uns auf einen Kommentar unter diesem Beitrag!

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  • Christine Haasch

    Hallo, hab mir vor drei Tagen eine Haarseife gekauft. Nachdem ich mir die Haare damit gewaschen hab, sind meine Haare am Ansatz irgendwie fettig und ansonsten total strohig. Wie lange dauert es bis sich die Haare daran gewöhnt haben und wieder normal aussehen?

    • Cl Lu

      Hallo Christine, versuch es mal mit einer sauren Rinse hinterher. Diese hat mehrere Funktionen.
      1.) Neutralisation der Base (Kopfhaut braucht es sauer, die Anpassung kostet die Haut Nährstoffe, die gesundem Wachstum wieder fehlen können)
      2.) Wasserenthärter ( = verhindert Kalkseife und verstärkt die Waschkraft) 3.) Glättung der Haare durch Schließung der Haarschuppen

      wenn du hartes Wasser hast oder eine überfettete Haarseife verwendest, ist die saure Rinse mit 1 ELoft nicht ausreichend. Bei unterem hartem Wasser sind 3-4 EL auf 1 Liter kaltes Wasser notwendig. Bei mittlerem Wasser um die 11 °dH ist der Apfelessig auch mit 4 EL schon überfordert. Die Zutat ist also entscheidend. Mit den sauren Pflanzenauszügen aus den verlinkten Beitrag kommt man bei hartem Wasser nicht mehr klar. Schwarzer Tee, Hibiskusblütentee, Hagebuttentee sind also saure Rinsen die nur bis zum mittleren Wasser noch funktionieren können. Bei stark überfetteten Seifen allerdings auch da schon kritisch.

    • Kira

      Haarseife ist im allgemeinen etwas sehr individuelles. Das Rezept, was für den einen Super ist, kann beim anderen entweder Stroh auf dem Kopf, oder total strähniges Haar machen. Jeder hat eben eine andere Beschaffenheit von Haaren und Kopfhaut.
      Es mag einfach sein, dass die Ölkombination von deiner Haarseife leider nicht passend auf dich ist. Einfach weiter probieren.
      Saure Rinse danach ist auch super, wie Ci Lu schon sagte.

  • Ramona B.

    Moin, seit ca. 2 Monaten nutze ich ab und an Natron und recht häufig die saure Rinse (Hab bisher noch kein Roggenmehl gefunden, unglaublich :D ). Zwar sieht das Haar nicht mehr so super frisch gewaschen aus, wie nach einem Shampoo und fühlt sich immer leicht fettig an, aber damit kann ich leben, weil das bei mir auch trotz Shampoo recht zügig der Fall war.
    Wozu ich gerne einen Tipp hätte: es fehlt natürlich der Schöne Geruch nach dem Haare waschen (gerade, wenn nach mehreren Stunden, spät. nach einem Tag der Essig verflogen ist), was nutzt ihr dazu? Mein Haar riecht manchmal irgendwie so „muffig / abgestanden / fettig / alt“ :( Ich erwarte gar nicht mal diesen Shampoo Geruch – aber muffig finde ich auch nicht so dolle :D Und ich will ja nicht jeden Tag die Haare naß machen. Ätherisches Öl verfliegt ja auch nach einer Zeit (ok, ich hab auch billiges hier, kein qual. Hochwertiges…) .

  • Stefanie

    Was ist der Unterschied zwischen Seife und Haarseife?

  • Juli El

    Ich finde es wunderbar, dass der Trend zu Nopoo sich langsam aber sicher durchsetzt! Seit 2014 wasche ich auch nicht mehr mit Shampoo, gerade für kleine Kinder reicht auch wirklich Wasser. Hab dazu auch schon mal einen Artikel verfasst: https://zufallsmoment.de/2017/04/13/haare-waschen/

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