Weihnachtsbaum aufessen statt wegwerfen 4.76/5 (17)

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Jedes Jahr endet die Weihnachtszeit in vielen Familien spätestens mit dem Abbau des Weihnachtsbaumes. Während der Baumschmuck sorgfältig für das nächste Jahr verpackt wird, landen die nackten Tannen und Fichten meist am Straßenrand, um von dort für die Verbrennung oder Kompostierung abgeholt zu werden.

Wer sich schon vor dem Fest für einen nachhaltigen Christbaum entschieden hat, zum Beispiel für einen Baum im Topf oder einen langlebigen DIY-Weihnachtsbaum, kann sich diese Entsorgung sparen. Aber auch für Anhänger der klassischen Baum-Variante im Christbaumständer gibt es eine Fülle an Möglichkeiten, (fast) alle Teile des Tannenbaumes weiter zu verwenden!

Wusstest du zum Beispiel, dass du den Baum sogar – zumindest teilweise – aufessen kannst? In diesem Beitrag stelle ich besondere Rezepte vor, mit denen du von den gesunden Inhaltsstoffen sowie dem kulinarischen Potenzial der Nadelbäume profitieren kannst.

Wichtige Hinweise: Die folgenden Tipps sind nur für Bäume aus ökologischem Anbau gedacht, die ungiftig und frei von Pestiziden sind. Die giftigen Nadeln der Eibe sollten auf keinen Fall für die folgenden Rezepte verwendet werden. Wie fast alle heilkräftigen Pflanzen sollten auch Tannennadeln nur wohldosiert konsumiert werden. Schwangeren wird empfohlen, ganz auf den Verzehr von Tannennadeln zu verzichten.

Tannenbaum-Tee

Tannennadeln enthalten ätherische Öle und eine Fülle weiterer Vitalstoffe, die du dir schon durch einen einfachen Tee-Aufguss mit zu Nutze machen kannst.

Pro Tasse benötigst du einen Teelöffel Nadeln, am besten von den jüngsten Triebspitzen des Baumes. So gehst du bei der Zubereitung vor:

  • Nadeln zerkleinern und leicht quetschen, damit sich die Inhaltsstoffe besser im Wasser lösen können.
  • In eine Tasse geben und mit heißem Wasser übergießen.
  • Maximal zwei Minuten ziehen lassen.

Fichten und Kiefern stehen uns das ganze Jahr über zur Verfügung. Finde heraus, wie du sie für deine Gesundheit richtig anwendest.

Tannennadel-Tee hat ein kräftiges Aroma. Du kannst ihn pur oder mit etwas Honig gesüßt genießen. Er enthält eine große Menge stark wirksamer Inhaltsstoffe, die unter anderem das Immunsystem stärken.

Tannenbaum-Hustensirup

Weihnachtsbaum-Sirup schmeckt nicht nur köstlich, die ätherischen Öle der Tanne wirken auch hervorragend gegen Erkältungskrankheiten.

Für die Herstellung des Tannennadel-Hustensirups benötigst du lediglich:

  • 1 Handvoll Nadeln (Fichte oder Tanne)
  • Wasser
  • ca. 200 g braunen Zucker

Und so gehst du vor:

  1. Nadeln in einen Topf geben.
  2. So viel Wasser hinzufügen, dass die Nadeln bedeckt sind.
  3. Aufkochen und 20 Minuten sanft köcheln lassen.
  4. Kochwasser durch ein Sieb in eine Tasse oder einen Messbecher gießen.
  5. Flüssigkeit mit der gleichen Menge Zucker vermischen und erneut aufkochen.
  6. Noch heiß in kleine Glasflaschen abfüllen.

Der Sirup kann pur eingenommen oder in ein Glas Tee gegeben werden.

Übrigens: Aus Zwiebeln und schwarzem Rettich lässt sich ebenfalls ein natürlicher Hustensirup herstellen.

Tannennadel-Likör

Die Triebspitzen eignen sich auch hervorragend für die Zubereitung eines aromatischen Likörs. Dafür benötigst du folgende Zutaten und Utensilien:

  • 15-20 Triebspitzen
  • 500 ml 40-prozentigen Alkohol, z.B. Wodka oder Korn
  • 120 g Zucker
  • 200 ml Wasser
  • großes Schraubglas
  • Sieb
  • kleine Flaschen zum Abfüllen des fertigen Likörs

Und so gehst du vor:

  1. Triebspitzen in ein Schraubglas geben und mit Alkohol übergießen.
  2. Fest verschließen und für vier bis sechs Wochen an einen sonnigen Platz stellen.
  3. Abseihen und filtern, z.B. durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter.
  4. Wasser und Zucker vermischen und aufkochen.
  5. Abkühlen lassen und zum Alkohol-Ansatz gießen.
  6. Nach Geschmack nachsüßen und gut mischen.
  7. In Flaschen abfüllen und noch einmal sechs bis acht Wochen reifen lassen.

Fertig ist ein hervorragender Digestif nicht nur für die Weihnachtszeit.

Tannennadeln als Gewürz

Das würzige Aroma von Tannennadeln harmoniert wunderbar mit Pilz- und Wildgerichten. Zur Herstellung eines Tannen-Gewürzes kannst du einfach trockene Nadeln mit dem Mörser oder einer Gewürzmühle fein mahlen. Wohl dosiert eingesetzt hast du den Geschmack des Waldes auf der Zunge.

Wenn du das Nadel-Pulver zusätzlich mit einem hochwertigen Salz vermischst, erhältst du ein köstliches Kräutersalz. Wie wäre es mit einem kleinen Vorrat als kulinarisches Mitbringsel fürs neue Jahr?

Ein besonders feines Aroma entwickeln Tannennadeln übrigens, wenn man sie leicht röstet. Dazu die Nadeln auf ein Backblech geben und bei 150 Grad für einige Minuten in den Ofen schieben. Die gerösteten Tannennadeln kannst du in der Küche wie Rosmarin verwenden.

Weitere Ideen und Rezepte zur Weihnachtsbaum-Verwertung findest du in diesem großartigen Büchlein:

Schatz, ich hab den Weihnachtsbaum aufgegessen!
für Tolino:

Kennst du weitere Rezepte zur kulinarischen Verwertung des Weihnachtsbaums? Dann hinterlasse uns deine Ideen in einem Kommentar unter diesem Beitrag!

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