Regional und saisonal: Babys ersten Gemüsebrei selbst herstellen
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Natürlichen Babybrei ohne Zusatzstoffe lässt sich sehr leicht zu Hause herstellen und portionsweise aufbewahren. Dieses Rezept zeigt, wie einfach es geht!

Sogar die Hersteller von Ersatzmilch und Kindernahrung verkünden es in ihrer Produktwerbung: Muttermilch ist die beste Nahrung nach der Geburt und für die ersten Lebensmonate! Nach etwa einem halben Jahr reicht den meisten Babys das alleinige Gestilltwerden nicht mehr aus und sie signalisieren ihren Appetit auf etwas Neues. Viele Eltern vertrauen dann auf das umfangreiche Sortiment der Nahrungmittelindustrie und kaufen fertige Breie im Supermarkt oder in der Drogerie. Diese Produkte sind zwar äußerst bequem und unter optimalen hygienischen Bedingungen hergestellt, folgen in der Altersempfehlung aber nicht immer aktuellen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen und enthalten immer wieder bedenkliche Zusatzstoffe wie Zucker, Salz, Aromen oder Bindemittel.

Selbst gekochte Breie schonen nicht nur deinen Geldbeutel. Sie lassen sich auch individuell portionieren und im Hinblick auf Inhalt und Zubereitung optimal auf dein Kind abstimmen. Probiere es doch einfach mal aus, es ist viel einfacher, als man meinen könnte.

Weniger ist Mehr!

Der erste Brei für dein Baby sollte aus Gemüse bestehen und nur eine einzige Sorte enthalten. Auf diese Weise bemerkst du eine Unverträglichkeit oder Allergie sofort, während du bei gemischten Breien erst einmal nachforschen musst, worauf dein Kind reagiert.

Wie bei deiner eigenen Ernährung kannst du dich auch bei deinem Baby am regional-saisonalen Einkaufskalender orientieren. Mit dem Kauf von regionalem Gemüse schonst du nicht nur die Umwelt, sondern stellst auch sicher, dass die Zutaten für den Brei noch möglichst viele Vitamine und Nährstoffe enthalten. Aufgrund des erhöhten Nitratgehalts bei konventionell produziertem Gemüse solltest du für Babybrei unbedingt Bio-Gemüse verwenden. Je nach Jahreszeit, in der du mit der Beikost neben der Muttermilch startest, eignen sich für den allerersten Brei:

  • Frühling: Möhren
  • Sommer: Zucchini
  • Herbst: Kürbis (Hokkaido)
  • Winter: Pastinake

Natürlichen Babybrei ohne Zusatzstoffe lässt sich sehr leicht zu Hause herstellen und portionsweise aufbewahren. Dieses Rezept zeigt, wie einfach es geht!

Wenn du kein frisches Gemüse zur Hand hast, kannst du auf tiefgekühlte Produkte zurückgreifen. Auch hier solltest du darauf achten, dass sie aus biologischem Anbau stammen. Neben den oben genannten Sorten kannst du deinem Kind nach dem sechsten Lebensmonat bedenkenlos auch Brokkoli, Blumenkohl, Kartoffeln sowie Süßkartoffeln füttern. Schwer verdauliche und blähende Sorten sowie Gemüse mit natürlich hohem Nitratgehalt solltest du hingegen erst später einführen. Hierzu zählen beispielsweise Aubergine, Paprika, Bohnen, diverse Kohlsorten, rote Bete, Mangold und Spinat.

Wenn du ein Gemüse zum ersten Mal fütterst, lasse deinem Baby vor allem zu Anfang einige Tage Zeit, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen, bevor du die Sorte variierst oder die Zutaten erweiterst. Mit zunehmendem Alter kannst du diesen Abstand verkürzen.

Der erste Brei

Da dein Baby bei den ersten Essversuchen wahrscheinlich nur wenige Löffel zu sich nehmen wird, empfiehlt es sich, den ersten Gemüsebrei auf Vorrat herzustellen und in kleinen Portionen einzufrieren. Einkochen ist dagegen nicht empfehlenswert, weil durch die lange Garzeit viele Vitamine verloren gehen.

Für einen kleinen Vorrat brauchst du folgende Zutaten:

  • 200 g Gemüse
  • Wasser
  • Öl (Rapsöl eignet sich aufgrund seiner Zusammensetzung besonders gut. Für alle, die sich bei der Auswahl schwertun, gibt es auch spezielle Beikost-Öle im Bio-Laden oder alternativ online, z.B. dieses)

Natürlichen Babybrei ohne Zusatzstoffe lässt sich sehr leicht zu Hause herstellen und portionsweise aufbewahren. Dieses Rezept zeigt, wie einfach es geht!

So gehst du bei der Zubereitung vor:

  1. Gemüse gründlich waschen, schälen und in kleine Stücke schneiden.
  2. In wenig Wasser schonend garen. Wieviel Wasser du zugeben musst, hängt vom Wassergehalt des verwendeten Gemüses ab. Du solltest möglichst kein Wasser abschütten, denn im Kochwasser lösen sich einige Nährstoffe, die dann verloren gehen. Wenn du über einen Dampfgarer oder Dämpfeinsatz verfügst, kannst du das Gemüse besonders schonend dampfgaren.
  3. Pürieren.
  4. Die Menge, die gleich verzehrt werden soll, wegnehmen.
  5. Den Rest portionsweise einfrieren, zum Beispiel in sauberen Gläschen von gekauftem Brei.

Natürlichen Babybrei ohne Zusatzstoffe lässt sich sehr leicht zu Hause herstellen und portionsweise aufbewahren. Dieses Rezept zeigt, wie einfach es geht!

Das Öl mischst du am besten direkt vor dem Füttern unter den Brei. Empfohlen werden auf 200 Gramm Brei zirka zwei Esslöfel Öl. Für eine bessere Eisenaufnahme kannst du optional noch einige Tropfen milden Apfelsaft (es gibt sehr milde Sorten extra für Babys) hinzufügen.

Kleinere Portionen lassen sich gut in einem Eiswürfelbereiter einfrieren. Für eine volle Mahlzeit eignen sich leere Schraubgläser, z.B. kleine Marmeladengläser oder Gläser von käuflichem Babybrei. Wie das Einfrieren im Glas problemlos klappt, erfährst du in diesem Beitrag.

Eingefrorene Breie sind bei -18 Grad bis zu zwei Monate haltbar. Sie sollten vor dem Verzehr schonend (am besten im Wasserbad) auf Esstemperatur erhitzt und nicht erneut erwärmt werden.

Ist dein Kind erst einmal auf den Geschmack gekommen, kannst du das Gemüse variieren, mit Kartoffeln anreichern und schließlich ggf. auch Fleisch hinzugeben.

Jedes Kind is(s)t anders

Ob eine so frühe Gabe von Fleisch sinnvoll ist und zu welchem Zeitpunkt welche Zutaten eingeführt sein sollten, darüber gehen die Meinungen auseinander. Letztlich bestimmt dein Kind das Tempo und die Zutaten, indem es dir seine Vorlieben sehr deutlich zu verstehen gibt. Je nach seiner individuellen Entwicklung kann es mit zirka einem Jahr am Familientisch mitessen.

Natürlichen Babybrei ohne Zusatzstoffe lässt sich sehr leicht zu Hause herstellen und portionsweise aufbewahren. Dieses Rezept zeigt, wie einfach es geht!

Welche Erfahrungen hast du bei der Beikosteinführung gemacht? Teile deine persönliche Geschichte mit uns und den Lesern in einem Kommentar!

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